Wer heute ein Haus baut oder saniert, kommt früher oder später über den Umgang mit Regenwasser ins Grübeln. Und das nicht nur aus ökologischen Gründen.
Immer mehr Gemeinden schreiben eine Rückhaltung oder Versickerung von Niederschlagswasser auf dem eigenen Grundstück verbindlich vor. Eine unterirdische Zisterne erfüllt gleich mehrere Forderungen auf einmal: Sie speichert Regenwasser, entlastet das öffentliche Kanalnetz und mindert dauerhaft den Trinkwasserbedarf des Haushalts.
Was Baurecht und Bebauungspläne von Hausbesitzern verlangen
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind je nach Bundesland und Kommune sehr unterschiedlich. Aber die Tendenz ist klar: Immer mehr Kommunen nehmen in ihre Bebauungspläne Festsetzungen zur Niederschlagswasserbeseitigung auf. In Bayern sieht das etwa das Bayrische Wassergesetz (BayWG) in Verbindung mit dem DWA-Arbeitsblatt A 138 vor: Regenwasser soll möglichst dort versickern oder genutzt werden, wo es anfällt. Ähnliche Regelungen gelten in Baden-Württemberg, NRW und anderen Ländern. Wer bei Baugenehmigung einen Entwässerungsplan beifügen muß, sollte gleich prüfen, ob eine Zisterne als Retentionselement anrechenbar ist. Retentionszisternen, d. h. Behälter mit geregeltem Drosselablauf, sind in manchen Gemeinden sogar Pflicht, wenn das Grundstück über keinen ausreichenden Versickerungskoeffizienten verfügt.
Hier lohnt sich der Blick in den Bebauungsplan und ein frühes Gespräch mit der zuständigen Unteren Wasserbehörde. Bei den Zisternen von wasserzisterne.de werden sowohl reine Regenwassernutzungsbehälter als auch Retentionszisternen angeboten, jeweils in Beton und Kunststoff. Beide Bauarten entsprechen den gängigen technischen Anforderungen nach DIN 1989 (Regenwassernutzungsanlagen) und können auf die jeweiligen Grundstückverhältnisse hin geplant werden.
Neubau oder nachrüsten: Was sich technisch unterscheidet
Beim Neubau gelingt die Einpassung einer Zisterne in die Planung am besten. Der Erdaushub ist sowieso da, die Zulaufleitungen vom Dach können gleich verlegt werden und das Hauswasserwerk für die interne Nutzung wird zusammen mit den übrigen Haustechnikgewerken eingebaut. Die Dimensionierung erfolgt nach der angeschlossenen Dachfläche und der vorgesehenen Nutzung. Als Faustregel gilt: Auf 10 m² Dachfläche und bei 600 mm Jahresniederschlag sind etwa 6.000 l/a zu erwarten. Ein Einfamilienhaus mit 120 m² Dachfläche kann an mittlerer Niederschlagslage also bis zu 72.000 l/a sammeln.
Bei Bestandsgebäuden ist die Situation eine ganz andere. Eine Zisterne nachzurüsten ist mit Graben in der Nähe des bestehenden Hauses, oft unter beengten Platzverhältnissen, verbunden. Hier sind Flachtanks oder schlanke Kunststoff-Erdtanks im Vorteil, da sie mit geringerem Aushubvolumen auskommen. So ist ein Flachtank mit 3.000 bis 5.000 l Inhalt unter einer Terrasse oder in der Grünfläche eines bestehenden Gartens einzubauen, ohne dass der gesamte Außenbereich umgegraben werden muss.
Zu der Wahl des Materials zwischen Beton und Kunststoff haben neben dem Einbauort auch die Bodengegebenheiten ihren Einfluß. Betonzisternen sind druckstabil, tragen sich mit steigendem Alter noch besser und beeinflussen die Wasserqualität nicht. Kunststoffbehälter sind leichter, was Kran und Logistikkosten einsparen hilft, und sind flexibel bei engen Zufahrten.
Dimensionierung und Technik richtig gemacht
Die Größe der Zisterne ist das eine, das ganze Funktionssystem aus mindestens vier Komponenten aufbauen ist das andere. Neben dem Behälter selbst sind da noch der Zulauffilter, die Pumpe und die interne Verteilung. Der Zulauffilter hält Laub, Grobschmutz und organische Partikel zurück, bevor das Wasser in den Tank gelangt. Marktübliche Standardlösungen nach DIN 1989-1 trennen Schmutzwasser über einen Bypass ab und erzeugen für das saubere Regenwasser einen tangentialen Eintritt in den Behälter, damit keine Sedimente aufgewirbelt werden.
Die Pumpe ist in der Regel eine schwimmende Tauchpumpe, die ihr Wasser aus der Mitte des Tanks schöpft, wo es am besten ist. Darüber sitzt der schwimmende Ansaugfilter, der die Schwimmstoffe nochmals zurückhält. Das Hauswasserwerk schaltet auf Trinkwasser um, wenn der Füllstand der Zisterne einen definierten Grenzwert unterschreitet. Eine Rückverschmutzung des Trinkwassernetzes wird durch diese automatische Umschaltung nach DVGW-Arbeitsblatt W 575 zuverlässig verhindert.
Für den privaten Gebrauch, also WC-Spülung, Waschmaschine und zur Bewässerung des Gartens sind keine weitergehenden Aufbereitungsschritte notwendig. Regenwasser darf für diese Zwecke verwendet werden, wenn nicht versehentlich eine Verwechslung mit Trinkwasser möglich ist. Die Leitungen für das Regenwasser sind daher gemäß DIN 1988-200 dauerhaft als Betriebswasser zu kennzeichnen.
Was eine Zisterne langfristig kostet und spart
Eine Betonzisterne mit 6.000 Litern Volumen kostet je nach Region und Einbausituation, Materialkosten zwischen 1.500 und 3.500 Euro, zuzüglich Einbau, Pumpe und Filtertechnik. Der Gesamtaufwand für ein schlüsselfertiges System am Neubau liegt realistisch zwischen 4.000 und 8.000 Euro. Die Amortisationszeit hängt vom jeweiligen Trinkwasserpreis und der Menge des genutzten Regenwassers ab. Bei einem Haushalt mit vier Personen und einem Trinkwasserpreis von 2,50 Euro pro m³ kann man jährlich 30 bis 50 m³ Regenwasser einsetzen. Daraus ergeben sich Einsparungen von 75 bis 125 Euro pro Jahr. In vielen Gemeinden wird zusätzlich zu den Wasserkosten eine gesonderte Niederschlagswassergebühr erhoben, die durch die Eigennutzung des Regenwassers wegfällt oder gemindert wird.
Die Wartung hält sich in überschaubarem Rahmen: Filter sollten jährlich gereinigt oder getauscht werden, der Behälter alle zwei bis drei Jahre auf Ablagerungen überprüft. Betonzisternen haben bei fachgerechtem Einbau eine Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten, Kunststoffbehälter guter Qualität werden ebenfalls mit 30 bis 50 Lebensjahren ausgewiesen. Wer den Bau eines neuen Hauses oder eine größere Sanierung plant, sollte die Installation einer Regenwasseranlage frühzeitig mit dem Architekten oder Fachbetrieb besprechen. Die Investition rechnet sich nicht nur finanziell, sondern sie schafft auch Unabhängigkeit in Trockenzeiten, wenn die Gartenbewässerung aus der Zisterne erfolgt und Nachbarn auf teures Trinkwasser angewiesen sind.