Nicht jeder von uns hat einen Garten zur Verfügung und nicht alles möchte oder sollte man überhaupt im Garten anpflanzen. Auf den Anbau und die anschließende Ernte eigener Pflanzen muss man deshalb aber nicht verzichten. Beim Indoor-Growing kommt es vor allem auf die richtige Ausstattung an.
Licht, Belüftung und Temperatur entscheiden über Erfolg oder Misserfolg. Unter Umständen kann all das ganz schön ins Geld gehen. Muss es aber nicht. Auch beim erfolgreichen Indoor-Growing lassen sich durch verschiedene Stellschrauben die Kosten senken.
Welche Pflanzen eignen sich für das Indoor-Growing?
Der Anbau in Innenräumen beschränkt sich keineswegs auf klassische Zimmerpflanzen. Auch zahlreiche Nutzpflanzen lassen sich in der Wohnung kultivieren. Dazu gehören beispielsweise Küchenkräuter wie Basilikum, Petersilie und Schnittlauch, verschiedene Salatsorten, Chilis, Paprika und sogar Tomaten.
Auch Cannabis zählt zu den Pflanzen, die sich für den Indoor-Anbau eignen. Der private Eigenanbau von Cannabis ist in Deutschland seit dem 1. April 2024 unter bestimmten Voraussetzungen legal. Erwachsene dürfen an ihrem Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort bis zu drei Cannabispflanzen gleichzeitig für den Eigenkonsum anbauen.
Allerdings stellt nicht jede Pflanze dieselben Anforderungen an ihre Umgebung. Während manche Kräuter bereits mit einem hellen Fensterplatz zufrieden sind, benötigen Tomaten, Chilis oder Cannabis deutlich mehr Licht. Auch bei der Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Belüftung unterscheiden sich die Bedürfnisse.
Je anspruchsvoller eine Pflanze ist, desto mehr Zeit und technische Ausstattung kann ihr Anbau erfordern. Das wirkt sich unmittelbar auf die Kosten aus. Eine aufwendig ausgestattete Anbaufläche ist nicht nur in der Anschaffung teurer, sondern verursacht auch laufende Ausgaben. Vor allem bei künstlicher Beleuchtung und elektrisch betriebener Belüftung können die Stromkosten über längere Zeit sogar höher ausfallen als die ursprünglichen Anschaffungskosten.
Indoor-Anbau anspruchsvoller Pflanzen: Was wird benötigt?
Die Pflanzensamen gehören beim Indoor-Growing häufig zu den geringsten Anschaffungskosten. Eine Tüte Tomatensamen ist bereits für wenige Euro erhältlich. Bei Cannabis kann das Saatgut je nach Sorte und Züchtung deutlich teurer ausfallen. Bei Anbietern wie Dutch Passion findet man eine Übersicht über Cannabissamen für den Indoor-Anbau. Eine Bestellung aus dem EU-Ausland nach Deutschland ist für den privaten Eigenanbau grundsätzlich erlaubt.
Tomaten und Cannabis haben beim Indoor-Anbau einige Gemeinsamkeiten. Beide benötigen ausreichend Licht, geeignete Temperaturen und eine gute Luftzirkulation. Ein heller Fensterplatz reicht für eine erfolgreiche Ernte nicht immer aus, insbesondere während der lichtarmen Wintermonate.
Zur Ausstattung gehören deshalb häufig Pflanzenlampen, ausreichend große Pflanzgefäße, geeignetes Substrat und eine Möglichkeit zur Belüftung. Für die Kontrolle der Umgebungsbedingungen können außerdem Thermometer und Hygrometer sinnvoll sein. Ein separates Anbauzelt ist dagegen nicht zwingend erforderlich, bietet aber die Möglichkeit, Licht und Umgebungseinflüsse besser zu kontrollieren. Bei Tomaten kommt noch ein weiterer Punkt dazu.
Ihre Blüten können sich zwar selbst bestäuben, benötigen dafür aber Bewegung, wie sie im Freien beispielsweise durch Wind entsteht. In geschlossenen Räumen kann deshalb eine Unterstützung bei der Bestäubung erforderlich sein. Auch Rankhilfen sind je nach Tomatensorte sinnvoll.
Bei Cannabis spielen neben den allgemeinen Wachstumsbedingungen auch die Sicherung des Anbaubereichs und mögliche Geruchsbelästigungen eine Rolle. Der Gesetzgeber verlangt, dass Pflanzen und Saatgut vor dem Zugriff unbefugter Dritter geschützt werden. Je nach räumlichen Verhältnissen können dafür zusätzliche Vorkehrungen notwendig sein.
Augen auf beim Lampenkauf
Pflanzenlampen gehören zu den größten Stromverbrauchern beim Indoor-Growing. Sie laufen täglich viele Stunden und treiben die Stromrechnung entsprechend in die Höhe. Wer hier sparen möchte, sollte auf moderne Vollspektrum-LEDs setzen. Sie benötigen weniger Strom als ältere Natriumdampf- oder Leuchtstofflampen und erzeugen weniger Abwärme.
Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf die Lichtausbeute. Sie wird in µmol/J angegeben und zeigt, wie viel pflanzenverwertbares Licht eine Lampe pro verbrauchtem Joule liefert. Eine hohe Lichtausbeute ist deshalb aussagekräftiger als die Wattzahl allein.
Wie groß der Unterschied beim Stromverbrauch ausfällt, zeigt eine einfache Rechnung. Eine 300-W-Lampe verbraucht bei zwölf Stunden täglicher Nutzung innerhalb von 30 Tagen 108 kWh Strom. Laut Statistischem Bundesamt zahlten private Haushalte in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich 37,97 Cent pro kWh.
Daraus ergeben sich bei einer 300-Wa-Lampe monatliche Stromkosten von 41,01 €. Eine 150-W-Lampe benötigt im selben Zeitraum nur 54 kWh und kostet damit 20,50 €. Entscheidend ist vor allem aber, dass die gewählte Lampe genügend Licht für die Anbaufläche liefert.
Frische Luft statt teurer Lüftungstechnik
Natürlich benötigen Pflanzen nicht nur Licht, sondern auch frische Luft. Sie nehmen CO₂ für die Photosynthese auf und geben über ihre Blätter Wasserdampf ab. Ohne ausreichenden Luftaustausch steigt jedoch die Luftfeuchtigkeit in der unmittelbaren Umgebung und das Schimmelrisiko nimmt zu.
Nicht jeder muss aus diesem Grund direkt in teure Belüftungsanlagen investieren. Für den offenen Indoor-Anbau kann schon ein Standort in der Nähe eines Fensters sinnvoll sein, sofern die eigene Innenarchitektur dies zulässt. Regelmäßiges Stoßlüften versorgt die Pflanzen dann mit frischer Luft und transportiert überschüssige Feuchtigkeit nach draußen. Eine elektrische Abluftanlage ist dafür also nicht erforderlich.
Jahreszeitenabhängige Planung von Belüftung und Beleuchtung
Auch die Temperatur lässt sich über die Fenster regulieren. Pflanzenlampen erzeugen natürlich auch Wärme und heizen damit den Raum zusätzlich auf. Je nach Jahreszeit kann dies zum Vorteil oder aber zum Nachteil werden. Bei 35 °C Außentemperatur im Hochsommer holt man sich durch Lüften am Nachmittag nur noch mehr Hitze ins Haus.
Je nach Pflanzenart können die Pflanzen dadurch Schaden nehmen. Stattdessen öffnet man die Fenster lieber nachts und am frühen Morgen und hält tagsüber die Rollläden geschlossen. Bei einem Anbau unter ausschließlich künstlicher Beleuchtung kann man außerdem die Lampen nachts statt tagsüber laufen lassen. So fällt die zusätzliche Wärme in die kühleren Stunden und der Raum heizt sich weniger stark auf. Das spart Geld für zusätzliche Kühltechnik. In einem geschlossenen Growzelt funktioniert diese Form der Belüftung allerdings nicht.
Hier übernimmt eine elektrische Abluftanlage zwingend den Luftaustausch und führt Wärme und Feuchtigkeit ab. Beim Kauf sollte man dann auf die passende Leistung achten. Ein überdimensionierter Lüfter kostet mehr und verbraucht zudem noch völlig unnötig Strom. Mit einer regelbaren Drehzahl hingegen lässt sich der Energieverbrauch kontrollierter senken.
Second Hand bei der Anschaffung
Nicht jedes Zubehör muss fabrikneu sein. Pflanzgefäße, Regale und Anbauzelte findet man auch gebraucht. Vor allem bei größeren Anschaffungen lohnt sich ein Blick auf Online-Plattformen für Privatverkäufe. Bei elektrischen Geräten sollte man natürlich auch auf den Zustand und die Sicherheit achten.
Außerdem muss auch nicht gleich zu Beginn die gesamte Ausstattung gekauft werden. Sinnvoller ist es, mit den Geräten anzufangen, die für die gewählten Pflanzen tatsächlich benötigt werden, und bei Bedarf nachzurüsten. So bleibt das Indoor-Growing auch mit einem kleinen Budget bezahlbar, ohne dass man bei der Versorgung der Pflanzen sparen muss.