Achtundvierzig Prozent der Deutschen nutzen laut Bitkom inzwischen mindestens eine Smart-Home-Anwendung, und wer damit anfängt, bleibt selten bei einer. Sechs oder mehr Anwendungen sind in diesen Haushalten der Normalfall. Aufschlussreicher ist die Zahl dahinter. Neun von zehn Nutzern bedienen ihr Haus per Smartphone-App, nur gut jeder Vierte über ein smartes Display.
Beim Planungsgespräch mit dem Elektriker kommt das Telefon trotzdem nicht vor. Dort geht es um Schalterpositionen, Bus-Leitungen und Leerrohre, während die Familie das fertige Haus später aus der Hosentasche bedienen wird. Und diese Hosentasche wird in diesem Herbst bei vielen neu bestückt, denn im September kommen die neuen iPhones.
Die Geräte bindet der Bauherr selbst ein, mitten im Innenausbau
Wer sein Smart Home über Funk und App aufbaut statt über ein Bus-System, verschiebt einen Teil der Arbeit vom Elektriker zu sich selbst. Der Betrieb setzt die Unterputzmodule in die Schalterdosen, die Thermostate an die Heizkörper und die Aktoren in die Rollladenkästen. Das Einbinden in die App macht der Bauherr, weil die Geräte am Konto der Familie hängen und nicht am Betrieb. Bei Matter, dem herstellerübergreifenden Standard seit Ende 2022, heißt das für jedes Gerät einen QR-Code scannen, den Raum zuweisen, den Namen vergeben.
In einem Haus mit sechs oder mehr Anwendungen sind das schnell dreißig Codes, und die kleben auf Modulen in der Dose, auf Thermostaten und auf Aktoren oben im Rollladenkasten, in Räumen, in denen noch kein Bodenbelag liegt. Das Telefon macht diese Runde mit, Taschenlampe an, Kamera an, eine Hand am Kasten und die andere auf der Leiter. Eine Hülle um das iPhone 18 Pro gehört bei dieser Runde dazu, weil der Rollladenkasten oben sitzt und der Estrich unten, und zwei Meter über nacktem Estrich sind eine andere Fallhöhe als der Couchtisch.
Funk braucht im Neubau eine andere Vorbereitung als ein Bus
Der Neubau ist für Funk ein schwieriges Gebäude. Stahlbetondecken, aluminiumkaschierte Dämmung und metallbedampftes Wärmeschutzglas nehmen dem WLAN an jeder Wand und Decke einen Teil der Reichweite, und der Router im Hauswirtschaftsraum erreicht das Kinderzimmer im Obergeschoss oft nur noch knapp. Wer das Haus über das Telefon bedienen will, braucht darum drei Dinge, die im Elektroplan selten stehen. Eine LAN-Dose pro Geschoss unter der Decke für einen Access Point, damit sich der später nachrüsten lässt, ohne eine Wand aufzuschlitzen. Einen Neutralleiter in jeder Schalterdose, weil viele Funkmodule hinter dem Schalter Dauerstrom brauchen und klassische Installationen dort keinen vorsehen.
Und einen festen Platz mit Strom und LAN für den Hub, denn die Automationen und der Zugriff von unterwegs laufen bei Apple über einen HomePod oder ein Apple TV im Haus, nicht über das Telefon. Der Einwand der Bus-Fraktion ist an dieser Stelle berechtigt. Ein Haus steht fünfzig Jahre, ein Telefon drei, und wer das Haus an eine App hängt, hängt es an einen Hersteller. Genau dafür gibt es Matter. Geräte mit dem Siegel wechseln mit ins nächste System, wenn das Telefon oder der Anbieter wechselt, und ein Bus für einen fünfstelligen Betrag ist für die meisten Familien nicht mehr die einzige Versicherung gegen diesen Fall.
An der Haustür wird das Telefon zum Schlüssel
Bleibt das smarte Display, das Bitkom bei gut jedem vierten Haushalt mit Smart Home zählt. Bloomberg-Reporter Mark Gurman erwartet, dass Apple im September neben den neuen iPhones womöglich ein eigenes Panel fürs Haus zeigt, nach Jahren der Verschiebung. Für Gäste und Kinder wäre das die fehlende Fläche im Flur. Am Telefon ändert es wenig, weil dessen tägliche Bewährungsprobe woanders liegt, an der Haustür. Nachrüstschlösser wie die von Nuki oder Aqara öffnen über den NFC-Chip im Telefon, bei Apple heißt das Home Key, und über den Express-Modus funktioniert es laut Apple auch dann noch bis zu fünf Stunden, wenn der Akku eigentlich leer ist.
Damit fällt der Schlüsselbund weg, und das Telefon wird zu dem Gegenstand, der jeden Tag bei Regen auf der Eingangsstufe aus der Jackentasche gezogen wird, mit den Einkaufstüten in der anderen Hand. Wer das Telefon zum Schlüssel macht, wählt es darum nach dem Akku aus, und den größeren der beiden Pro-Modelle hat das große. Das iPhone 18 Pro Max samt Hülle ist an dieser Tür ein Werkzeug wie früher der Schlüsselbund, und die Hülle ist der Teil davon, der die Betonstufe abbekommt.
Für den Elektroplan bleiben damit vier Zeilen, die vor dem Rohbau hineingehören. Ein Neutralleiter in jede Schalterdose, eine LAN-Dose pro Geschoss unter der Decke, Strom und LAN an einem festen Platz für den Hub, und ein Leerrohr zur Haustür für das Schloss. Der Rest lässt sich später vom Telefon aus nachrüsten.