Wasser wird als Lebensquell bezeichnet. Was so unscheinbar aus den Leitungen in unseren Haushalten fließt, scheint purer Genuss zu sein. Unser Trinkwasser beinhaltet eine Fülle an Mineralien. Was gut für unseren Körper ist, kann im Haushalt zum Problem werden. Insbesondere der Calcium- und Magnesiumgehalt ist kritisch.
Bei einer hohen Konzentration sprechen Fachleute von hartem Wasser. Hartes Wasser kommt in Deutschland in 60 % aller Haushalte vor. In der Schweiz sind es an die 70 %. Die Haushalte sind von Kalkablagerungen in Haushaltsgeräten betroffen, und es bildet sich schnell ein sichtbarer Belag. Entkalkungsanlagen reduzieren die Konzentration der Mineralien und sorgen für weiches Wasser. Wichtig ist, die passende Technik für die persönliche Wohnsituation auszuwählen, um alle Vorteile auszuschöpfen.
Funktionsweise von Entkalkungsanlagen
Die am häufigsten angewendete Technik ist der Austausch von Ionen. Das Trinkwasser läuft vor der Entnahme durch eine Art Filter. Der wichtigste Bestandteil ist ein Harz. Beim Durchlaufen werden Calcium- und Magnesiumionen gegen Natriumionen ausgetauscht. Infolgedessen wird das Wasser weicher.
Ionentauscher werden in etwa 85 % aller Haushalte verwendet, die sich für eine Entkalkungsanlage entschieden haben. Eine gute Entkalkungsanlage finden Interessenten im Fachhandel. Die Methode ist effektiv, wissenschaftlich anerkannt und auch für hohe Härtegrade geeignet. Es gibt einen Nachteil an dieser Technik: Das Harz kann nur begrenzt kalkbildende Ionen aufnehmen. Nach einer Salzbehandlung ist es wieder einsatzbereit. Andere Techniken, etwa die magnetische oder elektronische Entkalkung, sind eher für Regionen mit einer geringen Wasserhärte geeignet. Insbesondere bei einem Härtegrad über 20 °dH sind die Lösungen nicht ideal.
Vorteile von Entkalkungsanlagen
Weiches Wasser zeigt an verschiedenen Stellen im Haushalt positive Effekte:
Schutz der Geräte
Entkalkungsanlagen verhindern Ablagerungen in Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen und Geschirrspülern. Dies kann die Lebensdauer der Geräte verlängern und Reparaturkosten minimieren. Etwa die Hälfte aller Neuanschaffungen von Elektrogroßgeräten geschieht infolge von Kalkablagerungen.
Verbesserung der Haut- und Haarpflege
Weiches Wasser sorgt dafür, dass Haut und Haare weniger austrocknen. Das Haar wird weich und glänzend, da weniger Rückstände durch Mineralien im Haar bleiben. Eine Studie der Europäischen Dermatologie Gesellschaft hat gezeigt, dass 90 % der Menschen in Haushalten mit weichem Wasser von einer Verbesserung des Hautbildes berichten.
Energieeinsparung
Weniger Kalkablagerungen erhöhen die Energieeffizienz von Haushaltsgeräten. Geräte ohne Kalkablagerungen verbrauchen im Durchschnitt bis zu 25 % weniger Energie. Dies führt langfristig zu signifikanten Kostensenkungen, besonders bei Heizsystemen und Boilern.
Nachteile von Entkalkungsanlagen
Den Vorteilen gegenüberstehen die Kosten. Die Anschaffungskosten variieren je nach Modell und Kapazität. Der Preis für eine hochwertige Ionentauscheranlage kann zwischen 300 und 1500 € liegen. Eine Summe, die in kleinen Haushalten oder bei begrenztem Budget eine hohe Anfangsinvestition darstellt. Hinzukommen die laufenden Kosten für das Salz, die von der Wasserhärte abhängig sind. Über die Einsparungen bei der Energie und die Lebensdauer der Geräte rechnet sich der Kauf allerdings.
Wann ist eine Entkalkungsanlage sinnvoll?
Studien zeigen, dass die Wasserhärte in vielen Haushalten zwischen 12 °dH und 16 °dH liegt. Ab einem Wert von 15 °dH ist hartes Wasser erreicht und eine Entkalkung der Wasserleitung ratsam. Die genauen Werte erfahren Verbraucher bei ihrem regionalen Wasserversorger. Im Fachhandel sind spezielle Teststreifen für die Anwendung zu Hause erhältlich. Wenn nach dem Duschen deutliche Kalkablagerungen sichtbar sind, ist das ein Zeichen dafür, dass über eine Entkalkungsanlage nachgedacht werden kann.
Wie entsteht hartes Wasser?
Wasser ist eine lösungsfähige Verbindung. Das weiche Regenwasser durchläuft beim Abfließen Gesteinsschichten und nimmt Mineralien auf, die aus den Schichten herausgelöst werden. Daher ist der Härtegrad des Wassers auch regional verschieden. Je mehr Calcium und Magnesium angereichert werden, desto härter ist das Wasser. Harze kehren diese Prozesse um. Sie entfernen die Kalkbilder aus dem Wasser und machen das Wasser wieder weich.