Fassade, Putz und Schutzanstrich: Wie Hauseigentümer erkennen, dass Außenwände fachgerecht saniert werden müssen

von HausBlogRedaktion

Außenwände des Hauses übernehmen mehrere Aufgaben zugleich. Sie schützen die Bausubstanz vor Witterung, regulieren die Feuchtigkeit und prägen das Gesicht eines Gebäudes. Dreidimensionale Schäden an der Fassade entstehen nur in seltenen Fällen über Nacht.

Meistens entwickeln sie sich schleichend durch Temperaturwechsel, durch Feuchtigkeit und durch mechanische Belastung. Wer typische Schäden frühzeitig entdeckt, hat Chancen, teure Sanierungsmaßnahmen zu vermeiden und wirksam einzugreifen.

Typische Schadensbilder an Fassaden und ihre Ursachen

Risse im Putz gehören zu den häufigsten Schadensbildern. Man unterscheidet zwischen feinen Haarrissen und so genannten strukturellen Rissen. Haarrisse entstehen sehr oft aus Spannungen in der Baustoffmasse und sind vorübergehend und unbedenklich. Breitere Risse allerdings können auf Bewegungen im Baukörper hindeuten und müssen genauer untersucht werden.

Ein anderes häufiges Schadensbild sind Abplatzungen. Sie entstehen, wenn Feuchtigkeit in den Putz hineinzieht und dann bei Frost gefriert. Das Volumen des gefrierenden Wassers nimmt zu und sprengt die Putzdecke auf. So geschädigte Fassaden zeigen nach mehreren Zyklen der Wiederholung schließlich sichtbare Schäden.

Algen- und Pilzbefall ist auf schattigen oder dauerhaft feuchten Fassadenflächen zu finden, verursacht durch dauerhaft hohe Oberflächenfeuchte. Diese kann entstehen durch schlechte Wasserabführungen, fehlende Sonneneinstrahlung oder ungeeignete Beschichtungen.
Verfärbungen und Kreidung können sichtbare Alterungsanzeichen sein. Bei der Kreidung löst sich der Bindemittelanteil der Farbe ab, die Fläche wird pudrig und die Schutzwirkung des Anstrichs leidet bedeutend.

Prüfung des Untergrundes und Beurteilung des Sanierungsbedarfs

Bevor an irgendwelche Maßnahmen gedacht werden kann, muss der Zustand des Untergrundes systematisch geprüft werden. Visuelle Kontrolle reicht häufig nicht aus.
Typische Prüfmethoden sind:

  • Gitterschnittprüfung zur Beurteilung der Haftung von Altanstrichen
  • Wischprobe zur Prüfung der Kreidung
  • Klopfprobe zur Feststellung von Hohlstellen
  • Feuchtemessung im Putz und Mauerwerk

Die Ergebnisse dieser Prüfungen geben Anhalt darüber, ob eine einfache Renovierung ausreicht oder ob darüber hinausgehende Maßnahmen erforderlich sind. Ein neuer Anstrich auf einem maroden Untergrund wird meist nur kurzfristige Erfolge bringen.

Für Laien ist eine solche Beurteilung oft schwierig. Es kann sich daher lohnen, einen Fachbetrieb wie einen Maler in Remscheid und Wuppertal hinzuzuziehen, der die Schäden systematisch analysiert und die richtigen Maßnahmen ableitet.

Anforderungen an moderne Fassadenanstriche

Ein Schutzanstrich hat verschiedene technische Funktionen zu erfüllen. Er muss wasserabweisend, gleichzeitig aber diffusionsoffen sein. Man spricht dabei von der Wasserdampfdurchlässigkeit, die ein Festsetzen von Feuchtigkeit im Bauteil verhindern soll. Modernen Fassadenfarben auf Silikonharz, Silikat oder Acrylat. Jede der Farbvarianten weist spezifische Merkmale auf:

  • Silikonharzfarben bieten eine Kombination aus wasserabweisenden Eigenschaften und hoher Diffusionsfähigkeit
  • Silikatfarben gehen chemisch mit mineralischen Untergründen eine Bindung ein und zeichnen sich durch ihre Langlebigkeit aus
  • Acrylatfarben wiederum halten eine breite Farbpalette bereit und garantieren eine gute Haftung.

Die Auswahl der richtigen Farbe hängt vom Untergrund, der Umgebung sowie den vorhandenen Beschichtungen ab. Die falsche Materialwahl kann dazu führen, dass Feuchtigkeit nicht abgeleitet werden kann oder die Haftung ungenügend ist.

Zusätzlich zur Farbwahl spielt auch die Schichtdicke eine entscheidende Rolle. Zu dünne Beschichtungen bieten keinen ausreichenden Schutz, während zu dicke Schichten Spannungen erzeugen und Rissbildung begünstigen können.

Ablauf der Sanierungsmaßnahmen

Eine fachgerechte Fassadensanierung folgt einer festgelegten Reihenfolge. Abweichungen können häufig zu Folgeproblemen führen.

Typischerweise verläuft der Prozess wie folgt:

  1. Reinigung der Fassade, etwa durch Hochdruckwäsche oder chemische Verfahren.
    2. Entfernung loser oder beschädigter Putzstellen.
    3. Ausbesserung von Rissen und Fehlstellen mit geeigneten Mörteln.
    4. Grundierung zur Steigerung der Haftfähigkeit.
    5. Anstrich der Fassade in ein oder zwei Schichten.

Bei stark geschädigten Fassaden kann es nötig sein, das gesamte Putzsystem neu aufzubauen. In solchen Fällen wird Armierungsgewebe verwendet, um Spannungen gleichmäßiger zu verteilen.

Die Verarbeitung sollte unter optimalen Wetterbedingungen erfolgen, da Temperaturen unter fünf Grad oder direkte Sonneneinstrahlung das Endergebnis negativ beeinflussen können.

Wann ist Handlungsbedarf gegeben?

Nicht jeder kosmetische Mangel erfordert sofortige Maßnahmen. Entscheidend ist, ob die schützende Funktion der Fassade beeinträchtigt ist.

Konkret Handlungsbedarf besteht bei:

  • Offenen Rissen, die möglicherweise Wassereintritt zulassen
  • Abplatzendem Putz
  • Großflächiger Kreidung
  • Sichtbarer Durchfeuchtung

Wer solche Anzeichen ignoriert, setzt sich dem Risiko von Folgeschäden am Mauerwerk oder angrenzenden Bauteilen aus, was die Kosten erheblich steigern kann.

Eigentümer sollten den Zustand ihrer Fassade regelmäßig, idealerweise einmal jährlich, überprüfen. Eine frühzeitige Sanierung erweist sich in der Regel als wirtschaftlicher im Vergleich zu einer vollständigen Instandsetzung nach längerer Vernachlässigung.

Das könnte dir ebenfalls gefallen

@2024 – All Rights Reserved.