Thermopenfenster sind innen nass: Ursachen, Folgen und Lösungen

von HausBlogRedaktion
Nasse Thermopenfenster

Thermopenfenster, also moderne Isolierglasfenster mit zwei oder mehr Glasscheiben, sollen eigentlich ein klares Versprechen erfüllen: Sie sorgen für angenehme Temperaturen, sparen Energie und verhindern, dass Feuchtigkeit oder Kälte von außen nach innen dringen.

Trotzdem entdecken viele Haus- und Wohnungsbesitzer gerade in den kühlen Monaten morgens feuchte Stellen am unteren Fensterrand oder sogar kleine Wasserlachen auf der Fensterbank. Das wirkt paradox, schließlich stehen Thermopen- und Doppelglasfenster doch für modernen Wohnkomfort und hochwertige Dämmung – warum sind also Thermopenfenster innen nass? In diesem Artikel beleuchten wir die Ursachen, Risiken und geben praxisnahe Tipps für eine dauerhafte Lösung.

Was sind Thermopenfenster?

Bevor wir uns den Feuchtigkeitsproblemen im Detail widmen, ein kurzer Exkurs: Thermopenfenster bestehen aus zwei (oder mehr) Glasschichten, die durch eine spezielle Abdichtung und oft mit Edelgasfüllung voneinander getrennt sind. Das entstehende Luftpolster bzw. Edelgas verbessert die Wärmedämmung beträchtlich gegenüber Einfachverglasung. Thermopenfenster gibt es seit den 1970er Jahren und sie sind heute Standard in Neubauten sowie bei vielen Altbausanierungen.

Feuchte innen: Was bedeutet das eigentlich?

Wenn Fenster „innen nass“ sind, ist damit meistens gemeint, dass sich auf der Raumseite des Glases – oder im Falzbereich am Übergang zwischen Glas und Rahmen – sichtbare Feuchtigkeit niederschlägt. Im Extremfall bilden sich sogar Tropfen oder kleine Pfützen auf der Fensterbank oder am unteren Rahmen. Diese Kondensation tritt besonders häufig morgens nach kalter Nacht, bei feuchtem Wetter und in der Heizperiode auf.

fenster innen feucht

MariaMiro/shutterstock.com

Warum werden Thermopenfenster innen nass? Die wichtigsten Ursachen

1. Kondensation durch hohe Luftfeuchtigkeit im Raum

Die häufigste Ursache für nasse Thermopenfenster ist physikalisch eigentlich ganz einfach erklärt: Warme Raumluft nimmt mehr Feuchtigkeit auf als kalte Luft. Trifft diese feuchte, warme Luft auf eine kalte Oberfläche – etwa das Fensterglas am Morgen nach einer kalten Nacht –, kann sie die Feuchtigkeit dort nicht mehr halten. Die überschüssige Feuchte „kondensiert“ und schlägt sich als Wassertröpfchen am Glas oder Rahmen nieder.

2. Geringer Luftaustausch und fehlendes Lüften

Moderne Thermopenfenster sind besonders dicht. Sie verhindern wirksam, dass kalte Außenluft hereinkommt – aber eben auch, dass feuchte Innenluft entweichen kann. Wer in gut gedämmten Räumen zu wenig lüftet, sorgt ungewollt dafür, dass immer mehr Feuchtigkeit im Innenraum verbleibt. Gerade in Feuchträumen wie Küche, Bad oder Schlafzimmer kommt es schnell zu erhöhten Luftfeuchtigkeiten.

3. Wärmebrücken oder mangelhafte Isolierung

Selbst neue oder gut erhaltene Fenster können Feuchtigkeitsprobleme zeigen, wenn die Anschlüsse am Rahmen, die Fensterbänke oder die Einbindung ins Mauerwerk als sogenannte „Wärmebrücken“ ausgeführt sind. Hier kann sich Kälte von außen bis an den Innenraum „heranschleichen“ und zu lokal abgesenkten Oberflächentemperaturen führen – die Folge ist Kondensation.

4. Defekte Fenster – Undichte Scheiben

In seltenen Fällen kann es sein, dass die Dichtung im Thermopenfenster nicht mehr intakt ist. Dann beschlägt das Fenster nicht nur auf der Raumseite, sondern zwischen den Glasscheiben. Das ist allerdings klar abzugrenzen: Wenn zwischen den Scheiben Feuchtigkeit sichtbar ist (meist als milchiger Beschlag oder Tropfen), liegt ein Defekt vor und die Isolierwirkung ist stark eingeschränkt.

Folgen von dauerhaft feuchten Fenstern

Wer das Problem ignoriert, riskiert auf Dauer Schäden am Gebäude und sogar gesundheitliche Probleme:

  • Schimmelbildung: Feuchte Ecken und Rahmen sind ideale Brutstätten für Schimmelpilze, die Allergien und Atemwegsprobleme auslösen können.
  • Bauwerksschäden: Besonders Holzteile des Rahmens, Tapeten oder Putz können durch ständige Durchfeuchtung aufquellen, sich verfärben oder abplatzen.
  • Wärmeverlust: Nasse Fenster deuten oft auf lokale Kältebrücken hin – ein Zeichen, dass wertvolle Heizenergie verlorengeht.

Praktische Tipps gegen feuchte Thermopenfenster

richtig lüften

Alina Mosinyan/shutterstock.com

1. Richtiges Lüften

Der wichtigste Tipp lautet: Mehrmals täglich stoßlüften! Statt das Fenster dauerhaft anzukippen, sollten Sie es lieber 2–4 Mal am Tag für 5–10 Minuten ganz öffnen (Quer- oder Stoßlüften). So wird die verbrauchte, feuchte Luft rasch gegen trockene Außenluft ausgetauscht – auch im Winter.

2. Luftfeuchtigkeit im Blick behalten

Mit einem günstigen Hygrometer (gibt es schon ab 10 € im Handel) kann die Luftfeuchte im Raum kontrolliert werden. Ideal sind Werte von 40–60 %. Bei konstant höheren Werten sollte verstärkt gelüftet oder für zusätzliche Luftzirkulation gesorgt werden.

3. Möbel nicht direkt vors Fenster stellen

Vorhänge, Möbel, Dekorationen oder breite Fensterbänke sollten nicht direkt oder dauerhaft vor Fenstern stehen. Sie verhindern, dass Wärme an das Glas gelangt und fördern so lokale Auskühlungen, an denen Feuchtigkeit kondensiert.

4. Temperatur und Heizung richtig steuern

Kalte Räume können Feuchtigkeit nicht gut aufnehmen. Die Raumtemperatur sollte nicht dauerhaft unter 17–18 °C sinken, besonders in wenig genutzten Zimmern. Auch nachts empfiehlt es sich, nicht völlig auf das Heizen zu verzichten.

5. Allgemeine Feuchtigkeitsquellen reduzieren

Wäsche sollte möglichst nicht in den Wohnräumen getrocknet werden. Beim Kochen oder Duschen empfiehlt sich ein Fenster zum Lüften zu öffnen oder eine gute Dunstabzugshaube zu nutzen.

6. Fenster prüfen und abdichten

Sind undichte Fenster oder Fugen erkennbar, sollte ein Fachmann für eine Überprüfung und etwaige Nachbesserung kontaktiert werden. Manchmal helfen schon neue Dichtungen, manchmal ist ein kompletter Austausch notwendig.

Wann ist professionelle Hilfe notwendig?

Wenn sich trotz aller Maßnahmen hartnäckig Feuchtigkeit oder gar Schimmel an Thermopenfenstern zeigt, sollte ein Fachbetrieb hinzugezogen werden. Dieser kann prüfen, ob bauliche Fehler, unerkannte Wärmebrücken oder ein Defekt am Fenster vorliegen. Insbesondere bei Feuchtigkeit zwischen den Scheiben ist meist ein Austausch des Fensters unumgänglich.

Fazit: Moderne Thermopenfenster richtig nutzen

Nasse Thermopenfenster sind kein Zeichen für schlechte Fenster, sondern meist für ein Ungleichgewicht zwischen Luftfeuchtigkeit, Raumtemperatur und Lüftungsverhalten. Moderne Fenster können nur dann ihre energiesparenden Vorteile ausspielen, wenn sie in ein angepasstes Lüftungskonzept eingebunden werden.

Regelmäßiges und richtiges Lüften, bedarfsgerechte Heizung und der aufmerksame Blick für mögliche Schwachstellen helfen, Feuchtigkeit und ihre Folgen zuverlässig zu vermeiden. Wird dieses Wissen konsequent angewendet, sorgen Thermopenfenster über viele Jahre hinweg für behagliches Wohnen – frei von Feuchtigkeit, Schimmel und unliebsamen Überraschungen.

Das könnte dir ebenfalls gefallen

@2024 – All Rights Reserved.