Individuell und maßgefertigt: Warum kein Terrassendach von der Stange kommt

von HausBlogRedaktion

Kein Haus gleicht dem anderen. Kein Grundstück, keine Terrasse, keine Fassade ist identisch mit der des Nachbarn. Und genau deshalb kann auch kein Terrassendach von der Stange kommen. Was bei einem Haus perfekt passt, sieht beim nächsten schief aus, ragt über die Grundstücksgrenze hinaus oder lässt sich an der Hauswand gar nicht erst befestigen.

Trotzdem locken Baumärkte und Onlineshops mit standardisierten Bausätzen in festen Abmessungen. Drei Meter tief, fünf Meter breit, fertig. Das klingt unkompliziert. Doch was passiert, wenn Ihre Terrasse 4,80 Meter breit ist? Oder wenn der Dachüberstand Ihres Hauses genau dort sitzt, wo das Standarddach enden würde? Oder wenn die Hauswand einen Rolladenkasten hat, der im Weg ist? Dann haben Sie ein Problem. Und zwar eines, das Sie mit einem Bausatz nicht lösen können. In diesem Ratgeber erklären wir, warum ein Terrassendach immer individuell geplant und maßgefertigt sein sollte .

1. Warum Maßanfertigung und kein Bausatz?

Ein Terrassendach ist kein Regal, das Sie auspacken, zusammenschrauben und hinstellen. Es ist ein Bauwerk, das an Ihr Haus angeschlossen wird, das statische Lasten tragen muss, das Wind und Schnee standhalten soll und das Sie im besten Fall 25 Jahre und länger begleitet. Dafür muss es exakt zu den Gegebenheiten vor Ort passen.

Jede Terrasse hat andere Maße. Terrassen sind selten genau 3, 4 oder 5 Meter breit. Sie haben Nischen, Ecken, Vorversprünge oder verlaufen schräg zur Hauswand. Ein Standardbausatz kann darauf keine Rücksicht nehmen. Ein maßgefertigtes Terrassendach wird zentimetergenau auf Ihre Terrasse zugeschnitten und nutzt die vorhandene Fläche optimal aus.

Jede Hauswand ist anders. Die Höhe der Befestigung, der Wandaufbau, vorhandene Rollladenkästen, Fenster, Lüftungsgitter, Kabelausführungen oder ein Dachüberstand: All das beeinflusst, wie und wo das Terrassendach an der Wand befestigt werden kann. Bei einer Maßanfertigung wird jedes dieser Details aufgenommen und in die Planung integriert. Bei einem Bausatz stoßen Sie auf diese Probleme erst bei der Montage, wenn es zu spät ist.

Die Statik muss stimmen. Lasten durch Wind und Schnee sind regional unterschiedlich. An der Küste herrschen andere Windverhältnisse als in den Alpen, und die Schneelast in Flensburg ist eine andere als in Berchtesgaden. Ein seriös geplantes Terrassendach wird für die konkreten Lasten an Ihrem Standort berechnet. Standardbausätze werden für durchschnittliche Werte ausgelegt, die an Ihrem Standort möglicherweise nicht ausreichen.

Sind Bausätze aus dem Baumarkt grundsätzlich schlecht?

Nicht grundsätzlich. Für eine einfache, kleine Überdachung an einem unkomplizierten Standort kann ein Bausatz eine Lösung sein. Allerdings gehen Sie dabei Kompromisse ein: bei den Maßen, bei der Optik, bei der Statik und häufig auch bei der Qualität der verwendeten Materialien. Und Sie brauchen handwerkliches Geschick, denn die Montage eines Terrassendachs ist anspruchsvoller, als viele Anleitungen vermuten lassen. Wenn die Wandabdichtung nicht fachgerecht ausgeführt wird oder die Fundamente zu schwach sind, kann das teure Folgeschäden nach sich ziehen.

2. Was bei der individuellen Planung alles berücksichtigt wird

Die Planung eines maßgefertigten Terrassendachs geht weit über Länge mal Breite hinaus. Hier die wichtigsten Punkte, die ein erfahrener Planer bei der Aufnahme vor Ort prüft. Die genauen Abmessungen der Terrasse werden vermessen, einschließlich aller Unregelmäßigkeiten, Vorversprünge und Nischen. Die Hauswand wird begutachtet: Woraus besteht sie? Ist eine Dämmung vorhanden? Wo sitzen Fenster, Türen und Rollladenkästen? Wie hoch ist der Dachüberstand? Wo verlaufen möglicherweise Leitungen?

Die Ausrichtung der Terrasse wird festgehalten. Liegt sie nach Süden, brauchen Sie wahrscheinlich eine Beschattung. Liegt sie nach Westen, trifft Sie die Abendsonne flach und seitlicher Windschutz kann sinnvoll sein. Auch die Verschattung durch Nachbargebäude oder Bäume spielt eine Rolle für die Ausstattung.

Der Untergrund wird geprüft: Stehen die Stützen auf Terrassenplatten, auf einer Betonplatte oder auf einem Holzdeck? Davon hängt ab, welche Fundamente nötig sind. Die Entwässerungssituation wird aufgenommen: Gibt es einen Kanalanschluss für das Regenwasser? Und schließlich werden die Lasten durch Wind und Schnee für Ihren Standort ermittelt, damit die Statik passt.

Tipp: Bereiten Sie sich auf den Vor Ort Termin vor. Haben Sie die Baupläne Ihres Hauses zur Hand, falls vorhanden. Wissen Sie, ob Ihre Terrasse unterkellert ist. Und überlegen Sie sich vorab, wie Sie die Überdachung nutzen möchten: Nur als Regenschutz? Mit Beschattung? Mit Beleuchtung? Mit Seitenelementen? Je mehr Ihr Planer bei der Aufnahme weiß, desto besser wird das Ergebnis.

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