Raufasertapete ist in deutschen Haushalten weitverbreitet – sie ist robust, günstig, überstreichbar und lässt sich relativ leicht anbringen. Doch was tun, wenn man sich einen modernen, glatten Wandlook wünscht, ohne die alte Raufaser mühsam entfernen zu müssen? Die gute Nachricht: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Raufasertapete zu glätten und deine Wände in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. In diesem Blogartikel erfährst du, wie du dabei am besten vorgehst, welche Methoden sich eignen und worauf du achten solltest.
Warum überhaupt Raufasertapete glätten?
Raufasertapete ist für ihre charakteristische Struktur bekannt: Kleine Holzfasern sorgen für die typische körnige Optik. Während das früher als modern galt, wünschen sich heute viele Menschen glatte, minimalistische Wände – etwa für einen skandinavischen oder industriellen Einrichtungsstil. Außerdem lassen sich glatte Wände leichter reinigen und wirken oft heller und großzügiger. Das Glätten der Raufasertapete ist eine praktische Alternative zum kompletten Entfernen, das sehr zeitaufwendig und anstrengend sein kann.
Vorbereitung: Was wird benötigt?
Bevor du startest, solltest du folgende Materialien und Werkzeuge bereithalten:
- Spachtelmasse (z. B. Fertigspachtel oder Rollspachtel)
- Spachtel oder Glättkelle
- Schleifpapier bzw. Schleifmaschine
- Grundierung (Tiefengrund)
- Malerrolle und Pinsel
- Abdeckfolie und Malerkrepp
- Eimer, Wasser, Schwamm
Schritt-für-Schritt-Anleitung: So kann man die Raufasertapete glätten
1. Wand vorbereiten
Zunächst solltest du Möbel und Boden mit Abdeckfolie schützen und Steckdosen sowie Lichtschalter abkleben. Entferne lose Tapetenstücke, Nägel oder Schrauben aus der Wand. Die Raufaser sollte fest an der Wand haften und keine Blasen oder Risse aufweisen – andernfalls empfiehlt sich ein Ausbessern oder Entfernen der betroffenen Stellen.
2. Wand reinigen und grundieren
Staub und Schmutz können die Haftung der Spachtelmasse beeinträchtigen. Wische die Wand daher mit einem feuchten Schwamm ab. Anschließend trägst du einen Tiefengrund auf, um die Saugfähigkeit der Tapete zu reduzieren und die Haftung der Spachtelmasse zu verbessern.
3. Spachtelmasse auftragen
Jetzt kommt der wichtigste Schritt: Das flächige Auftragen der Spachtelmasse. Dafür gibt es zwei gängige Methoden:
- Rollspachtel: Diese Methode eignet sich besonders für große Flächen. Die Masse wird mit einer Malerrolle aufgetragen und anschließend mit einer Glättkelle oder einem breiten Spachtel gleichmäßig verteilt.
- Klassische Spachtelmasse: Mit einer Glättkelle trägst du die Masse abschnittsweise auf die Wand auf und ziehst sie glatt ab.
Wichtig: Trage die Spachtelmasse in einer dünnen, aber deckenden Schicht auf. Bei starker Struktur kann ein zweiter Durchgang nötig sein.

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4. Trocknen lassen und schleifen
Lass die Spachtelmasse vollständig trocknen (Herstellerangaben beachten). Anschließend schleifst du die Wand mit feinem Schleifpapier oder einer Schleifmaschine glatt. Trage dabei eine Staubmaske, um dich vor feinem Schleifstaub zu schützen.
5. Feinschliff und Kontrolle
Nach dem ersten Schleifgang prüfst du die Wand auf Unebenheiten. Kleine Löcher oder Rillen kannst du gezielt nachspachteln und erneut schleifen. Ziel ist eine möglichst glatte und ebene Oberfläche.
6. Endreinigung und Streichen
Entferne den Schleifstaub mit einem feuchten Tuch. Nun kannst du die Wand grundieren und anschließend nach Wunsch streichen oder tapezieren. Für ein besonders edles Ergebnis empfiehlt sich ein hochwertiger, glatter Wand- oder Deckenanstrich.
Tipps & Tricks für das beste Ergebnis
- Geduld zahlt sich aus: Lieber zwei dünne Schichten Spachtelmasse auftragen als eine dicke – das Ergebnis wird glatter.
- Werkzeug reinigen: Spachtel und Kellen sofort nach Gebrauch reinigen, sonst wird die Masse hart und unbrauchbar.
- Lichttest: Mit einer starken Lampe kannst du Unebenheiten erkennen, bevor du streichst.
- Profis fragen: Bei sehr großen Flächen oder Unsicherheiten kann sich die Unterstützung eines Malerbetriebs lohnen.
Alternativen zum Glätten
Falls du das Glätten scheust, gibt es noch andere Möglichkeiten:
- Vliestapete überkleben: Mit einer speziellen glatten Vliestapete kannst du die Struktur der Raufaser kaschieren.
- Tapete entfernen: Bei sehr alten oder beschädigten Raufasertapeten ist das vollständige Entfernen oft die beste Lösung.
Fazit
Das Glätten von Raufasertapete ist eine effektive Methode, um deinen Wänden ein modernes und edles Aussehen zu verleihen – und das ohne die Mühe des Tapetenabziehens. Mit der richtigen Vorbereitung, dem passenden Material und etwas Geduld erzielst du professionelle Ergebnisse, die sich sehen lassen können. Ob für den nächsten Anstrich oder als Vorbereitung für neue Tapeten: Glatte Wände bieten dir viele Gestaltungsmöglichkeiten und lassen dein Zuhause in neuem Licht erscheinen.