Schrauben sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Sie halten Möbel zusammen, sorgen für Stabilität in Maschinen und sind essenziell im Bauwesen. Besonders klassische Schlitzschrauben, erkennbar an ihrem einfachen geraden Einschnitt im Schraubenkopf, sind trotz moderner Alternativen nach wie vor weit verbreitet.
Doch wie wird eine solche Schraube eigentlich hergestellt? In diesem Artikel werfen wir einen Blick hinter die Kulissen und zeigen, wie aus einem Stück Metall eine präzise gefertigte Schlitzschraube entsteht.
Die Bedeutung der Schlitzschraube
Bevor wir in den Herstellungsprozess eintauchen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Besonderheiten der Schlitzschraube. Sie ist die älteste Form der Schraubenkopfgestaltung und zeichnet sich durch einen einfachen, geraden Schlitz aus. Dieser ermöglicht das Anziehen und Lösen mit einem klassischen Schlitzschraubendreher. Schlitzschrauben werden vor allem dort eingesetzt, wo hohe Drehmomente oder besonders fester Halt nicht im Vordergrund stehen, etwa bei Möbeln, Elektroinstallationen oder dekorativen Anwendungen.
Materialauswahl: Die Basis für Qualität
Die Herstellung einer Schlitzschraube beginnt mit der Auswahl des richtigen Materials. Häufig werden Stähle unterschiedlicher Güte verwendet, aber auch Messing, Kupfer oder Edelstahl kommen zum Einsatz. Die Materialwahl richtet sich nach dem späteren Einsatzgebiet der Schraube. Für den Außenbereich oder feuchte Umgebungen empfiehlt sich rostfreier Edelstahl, während für den Möbelbau oft verzinkter Stahl verwendet wird.
Das Ausgangsmaterial liegt meist in Form von Drahtrollen oder Stangen vor. Dieser Draht wird zunächst auf die gewünschte Länge zugeschnitten – daraus entstehen die sogenannten Rohlinge.
Das Schmieden: Formen des Schraubenkopfes
Im nächsten Schritt geht es an das Schmieden des Schraubenkopfes. Hierbei wird der Rohling in eine Presse eingelegt. Durch gezielten Druck und spezielle Matrizen erhält das Werkstück die charakteristische Kopfform der Schlitzschraube – meist als Linsen-, Senk- oder Zylinderkopf. Die Kopfform ist entscheidend für die spätere Verwendung: Senkkopfschrauben verschwinden bündig im Material, während Linsenkopfschrauben leicht hervorstehen und dekorativ wirken können.
Das Walzen des Gewindes
Nach dem Schmieden des Kopfes wird das Gewinde auf den Schaft der Schraube gebracht. Dies geschieht meist durch das sogenannte Gewindewalzen. Dabei wird der Rohling zwischen zwei gehärteten Gewindebacken hindurchgeführt. Der enorme Druck formt das Gewinde in das Material, ohne es abzutragen. Dadurch bleibt das Materialgefüge erhalten und die Schraube wird besonders stabil.
Das Gewindewalzen ist präzise und effizient, wodurch auch hohe Stückzahlen wirtschaftlich produziert werden können. Die genaue Ausführung des Gewindes hängt von der geplanten Anwendung ab – von groben Holzgewinden bis hin zu feinen Maschinengewinden.

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Das Einbringen des Schlitzes
Nun kommt der wichtigste Schritt: das Einbringen des Schlitzes in den Schraubenkopf. Hierfür wird die Schraube in eine spezielle Vorrichtung eingespannt. Ein rotierendes Sägeblatt oder eine Fräsmaschine schneidet den geraden Schlitz passgenau in den Kopf. Die Tiefe und Breite des Schlitzes müssen exakt stimmen, damit später ein Schraubendreher optimal greifen kann.
Dieser Arbeitsschritt erfordert Präzision, da ein zu tiefer oder zu breiter Schlitz die Stabilität des Kopfes beeinträchtigen kann. Moderne Maschinen arbeiten mit hoher Geschwindigkeit und Genauigkeit, sodass auch bei großen Stückzahlen gleichbleibende Qualität gewährleistet ist.
Oberflächenbehandlung und Qualitätskontrolle
Nach dem Einbringen des Schlitzes folgt die Oberflächenbehandlung. Je nach Material und Einsatzbereich werden die Schrauben verzinkt, vernickelt, brüniert oder anderweitig beschichtet. Diese Behandlung schützt die Schraube vor Korrosion und verleiht ihr ein ansprechendes Aussehen. Abschließend durchlaufen die Schrauben eine strenge Qualitätskontrolle. Hierbei werden Maße, Gewinde, Schlitz und Oberflächenbeschaffenheit geprüft. Nur Schrauben, die alle Anforderungen erfüllen, gelangen in den Handel.
Verpackung und Versand
Die fertigen Schlitzschrauben werden in großen Mengen verpackt und an Händler oder Endkunden ausgeliefert. Oft werden sie zusätzlich mit Muttern oder Unterlegscheiben kombiniert und in praktischen Sets angeboten.
Fazit
Die Herstellung einer Schlitzschraube ist ein hochpräziser Prozess, der mehrere aufeinander abgestimmte Arbeitsschritte umfasst. Von der Materialauswahl über das Schmieden und Walzen bis hin zum Einbringen des Schlitzes und der abschließenden Oberflächenbehandlung sind Know-how und moderne Technik gefragt. Auch wenn heute viele andere Schraubenkopfarten existieren, bleibt die klassische Schlitzschraube ein wichtiger Bestandteil in Handwerk und Industrie – und das nicht ohne Grund: Sie ist einfach, zuverlässig und vielseitig einsetzbar.
Tipp: Für Unternehmen, die regelmäßig Schrauben benötigen, lohnt sich der direkte Kontakt zu spezialisierten Herstellern. So lassen sich auch individuelle Anforderungen wie besondere Maße oder spezielle Oberflächenbehandlungen realisieren.