Der Holzwurm ist der Albtraum vieler Hausbesitzer, Restauratoren und Liebhaber alter Möbel. Kleine Löcher im Holz, feines Bohrmehl und ein leises Knabbergeräusch – das sind die verräterischen Anzeichen eines Befalls. Wer dem Holzwurm den Kampf ansagen möchte, stößt bei der Recherche schnell auf Borsalz als bewährtes Mittel.
Doch wie wirkt Borsalz gegen den Holzwurm? Wie wird es richtig angewendet, und worauf sollte man achten? In diesem ausführlichen Blogartikel erfährst du alles, was du über die Anwendung wissen musst.
Was ist Borsalz?
Borsalz, auch als Borax oder Natriumborat bekannt, ist ein natürlich vorkommendes Mineral, das seit Jahrzehnten im Holzschutz eingesetzt wird. Es handelt sich um eine Verbindung aus Bor, Natrium, Sauerstoff und Wasser. Borsalz ist wasserlöslich, geruchlos und gilt als vergleichsweise umweltfreundlich, da es weder Holz noch Menschen oder Haustiere bei sachgemäßer Anwendung schädigt.
Borverbindungen sind für viele Insekten und Pilze giftig. Sie dringen in das Holz ein und wirken dort als Fraß- und Kontaktgift. Besonders im Kampf gegen holzzerstörende Insekten wie den Holzwurm (Anobium punctatum) hat sich Borsalz bewährt.
Wie wirkt Borsalz gegen Holzwürmer?
Die Wirkung von Borsalz basiert auf zwei Prinzipien:
- Fraßgift: Die Holzwurmlarven nehmen beim Fressen des behandelten Holzes das Borsalz auf. Dies stört ihren Stoffwechsel und führt zum Absterben der Larven.
- Kontaktgift: Kommt der Holzwurm direkt mit Borsalz in Berührung, kann es ebenfalls zur Schädigung und zum Tod der Insekten führen.
Ein großer Vorteil von Borsalz ist, dass es tief in das Holz eindringen kann, wenn es mit Wasser gelöst wird. So erreicht es auch die Larven im Inneren des Holzes, die für viele andere Mittel unerreichbar bleiben.

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Vorteile im Bezug auf den Holzschutz
- Tiefenwirkung: Durch die Wasserlöslichkeit dringt Borsalz tief in das Holz ein.
- Langzeitwirkung: Einmal im Holz, bleibt Borsalz jahrelang aktiv und schützt so langfristig vor erneutem Befall.
- Umweltfreundlichkeit: Bei sachgemäßer Anwendung ist Borsalz für Menschen, Haustiere und die Umwelt relativ unbedenklich.
- Vielseitigkeit: Borsalz wirkt gegen Holzwurm, Hausbock, Termiten und sogar gegen holzzerstörende Pilze.
Anwendung im Detail
Die Behandlung mit Borsalz ist grundsätzlich einfach, dennoch gibt es einige wichtige Schritte und Hinweise zu beachten:
1. Vorbereitung
- Befallsanalyse: Prüfe, ob das Holz tatsächlich vom Holzwurm befallen ist. Typische Anzeichen sind kleine runde Löcher (1–2 mm), Bohrmehl und Fraßgeräusche.
- Reinigung: Entferne Staub, Schmutz und lose Holzfasern von der Oberfläche, damit das Borsalz optimal eindringen kann.
2. Borsalz-Lösung herstellen
Für die Behandlung wird Borsalz in Wasser aufgelöst. Ein gängiges Mischungsverhältnis liegt bei etwa 10–15 % Borsalz in Wasser (das entspricht 100–150 g Borsalz pro Liter Wasser). Die genaue Dosierung findest du meist auf der Verpackung des Produkts.
3. Auftrag der Lösung
- Streichen oder Sprühen: Trage die Borsalz-Lösung mit einem Pinsel, einer Bürste oder einem Sprühgerät satt auf das Holz auf. Wiederhole den Vorgang nach dem Trocknen ein- bis zweimal, um eine ausreichende Sättigung zu erreichen.
- Einspritzen: Bei starkem Befall oder dicken Holzbalken kann die Lösung auch direkt in die Bohrlöcher eingespritzt werden. Verwende dazu eine Spritze oder einen feinen Trichter.
- Tauchen: Kleinere Holzstücke lassen sich komplett in die Lösung tauchen – so wird das Holz rundum geschützt.
4. Trocknung
Nach der Behandlung sollte das Holz gut trocknen können. Idealerweise geschieht dies an einem gut belüfteten Ort. Vermeide direkte Sonneneinstrahlung oder starke Hitze, da dies zu Rissen im Holz führen kann.
5. Nachbehandlung
Nach dem vollständigen Trocknen kann das Holz wie gewohnt weiterverarbeitet, gestrichen oder lackiert werden. Borsalz beeinträchtigt die meisten Holzoberflächen nicht, sollte aber vor dem Überstreichen vollständig getrocknet sein.
Worauf sollte man bei der Anwendung achten?
- Schutzkleidung: Trage Handschuhe und, falls du sprühst oder bohrst, einen Mundschutz und eine Schutzbrille, um Haut- und Schleimhautkontakt zu vermeiden.
- Kinder und Haustiere: Halte sie während der Behandlung und Trocknung vom behandelten Bereich fern.
- Holzarten: Borsalz eignet sich besonders für unbehandeltes, saugfähiges Holz. Lackierte oder geölte Oberflächen sollten vor der Behandlung abgeschliffen werden, damit das Mittel eindringen kann.
- Feuchtigkeit: Das Holz sollte möglichst trocken sein, da zu hohe Feuchtigkeit die Aufnahme von Borsalz behindert.
Grenzen und Alternativen
Borsalz ist ein sehr effektives Mittel gegen Holzwurm, stößt aber bei stark lackierten, geölten oder anderweitig versiegelten Hölzern an seine Grenzen. In solchen Fällen muss die Oberfläche zunächst geöffnet werden.
Alternativen zu Borsalz sind z. B. thermische Verfahren (Erhitzen des Holzes), Begasung durch Fachbetriebe oder der Einsatz von speziellen Insektiziden. Diese Methoden sind jedoch meist aufwendiger, kostenintensiver und teilweise mit höheren Risiken für Mensch und Umwelt verbunden.
Fazit: Borsalz als nachhaltige Lösung gegen Holzwurm
Borsalz bietet eine effektive, nachhaltige und vergleichsweise umweltfreundliche Möglichkeit, Holzwurm und andere Holzschädlinge zu bekämpfen. Durch die einfache Anwendung, die gute Tiefenwirkung und die Langzeitwirkung ist es besonders für den Einsatz in Wohnhäusern, bei Möbeln und historischen Gebäuden geeignet. Wer auf chemische Keulen verzichten möchte, findet in Borsalz eine bewährte Alternative – vorausgesetzt, das Holz ist unbehandelt und saugfähig.
Bei Unsicherheiten, starkem Befall oder wertvollen Antiquitäten empfiehlt sich jedoch die Rücksprache mit einem Fachmann, um die beste Methode zur Holzwurmbekämpfung zu wählen.