Auf den ersten Blick scheint sich ein modernes Gebäude lediglich durch architektonische Feinheiten von älteren Bauten zu unterscheiden. Doch wenn man etwas näher hinschaut, kann man häufig auch technische Details erkennen, die Bauherren noch vor wenigen Jahren überhaupt nicht kannten. Heute gehört digitale Infrastruktur wie intelligente Heizungen, PV-Anlagen samt Speicher und Wallbox und ein auf die individuellen Bedürfnisse angepasstes Smarthome längst zum gelebten Alltag. Dies geht jedoch mit neuen Überlegungen einher: Wie kann man zukunftsfähige Technik clever nutzen und dabei im Netz möglichst wenige Spuren hinterlassen?
Heimnetzwerk sichern: Warum Smarthome-Sicherheit für Bauherren relevant ist
Fraglos bietet ein Smarthome im Vergleich zur analogen Haustechnik zahlreiche Vorteile. Dafür müssen allerdings verschiedene Komponenten ineinandergreifen: Heimnetzwerke senden die aus der Smart-Home-Zentrale (also zum Beispiel über die im Smartphone installierte App) gegebenen Befehle an das entsprechende Gerät. So wird die Heizung wärmer, die Musik leiser oder der Sonnenschutz fährt aus. Leider stellt jeder dieser vermeintlich belanglosen Steuerbefehle ein eigenes Sicherheitsrisiko dar und muss daher sinnvoll geschützt werden. Andernfalls entstehen Datenlecks, die für Phishing-Versuche Tür und Tor öffnen – manchmal sogar im besten Sinne des Wortes.
Smarthome-Infrastruktur schützen: 3 Tipps für die Cyber-Sicherheit im Neubau
Genau wie man im physischen Sicherungskasten die Stromkreise von Herd und Heizung separat absichert, braucht es daher auch für die digitalen Datenströme von Anfang an eine strikte Trennung. Am besten plant man dies bereits beim Bau oder der umfassenden Altbausanierung mit ein. Zu einem solchen Zeitpunkt ist der Aufwand überschaubar und viele Schwachstellen können gar nicht erst entstehen.
Smarte Haustechnik absichern: Ein eparates E-Mail-Postfach für IoT-Statusberichte
Viele Knackpunkte sind jedoch nicht in der Hardware, sondern auf rein digitaler Ebene zu finden. Ein typisches Beispiel dafür ist die Informationsflut, denn Systemzentralen senden täglich automatisierte Statusberichte, Logfiles und Sensor-Warnungen. Wenn all dies ins normale Alltags-Postfach einfließt, ist das Chaos bereits vorprogrammiert. Die Lösung? Bauherren sollten für diese Nachrichten eine separate, sicher verschlüsselte E-Mail-Adresse erstellen. Die stellt nicht nur einen digitalen Sammelordner für sensible Daten, sondern zudem auch eine effiziente Brandmauer dar. Obendrein ist sie eine Investition in die Zukunft der Immobilie, da man sie bei einem Verkauf oder Mieterwechsel im Rahmen des Übergabeprotokolls an die Nachfolger weiterreichen kann.
Sicherer Smarthome-Fernzugriff: VPN statt ungeschützte Portfreigaben
Bis es möglicherweise irgendwann zu einer solchen Übergabe kommt, entscheidet man natürlich selbst darüber, wem man zu welchem Zweck über das IoT den digitalen Zutritt gewährt. Hier gilt es nicht nur an die Fernwartung einzelner Geräte (zum Beispiel das Aufspielen einer neuen Firmware auf den Router) durch externe Techniker durch das Internet zu denken. Wie auch das BSI in seinen Verbraucherhinweisen zum Smart Home verdeutlicht, stellt auch die eigenhändige Steuerung bestimmter Smarthome-Bereiche von unterwegs ein Risiko dar. Da offene, ungesicherte Netzwerke wie das WLAN am Bahnhof leicht abzufangen sind, braucht der Datenverkehr eine gute Verschlüsslung. Dazu empfiehlt es sich, für die Verbindung stets einen VPN-Dienst zu nutzen.
Passwort-Manager und 2FA: Sichere Passwörter für smarte Geräte
Dass man Passwörter nicht nur unterwegs, sondern auch zu Hause vor unbefugtem Zugriff schützen sollte, versteht sich natürlich von selbst. Dabei erscheint es naheliegend und bequem, für alle verschiedenen Smart-Home-Geräte für Anfänger die identischen Zugangsdaten zu verwenden. Doch durch die schiere Anzahl an smarten Komponenten wie
- Beleuchtung,
- Thermostaten,
- Steckdosen oder
- Sicherheitskameras und Sensoren
liegt auch das Risiko auf der Hand: Haben Unbefugte den Passkey einmal geknackt, steht ihnen auch ohne herstellerspezifische App das komplette Smarthome mit allen angeschlossenen Geräten offen. Bestmöglichen Schutz fürs digitale Zuhause gibt es durch unterschiedliche Passwörter, die man in einem Passwort-Manager sicher verwalten kann. Alternativ oder besser zusätzlich ist eine Zwei-Faktor-Authentifizierung angeraten.
Zukunftssichere Haustechnik: Digitale Schutzwälle schon beim Hausbau planen
So kompliziert dieser digitale Schutzwall auch klingt: Auch ohne tiefgreifende Informatikkenntnisse kann man ihn schon beim Hausbau einrichten, um sich dadurch ab der Einzugsphase ein zukunftssicheres Zuhause zu schaffen. Im Zweifel bekommt man vor Ort sachkundige Unterstützung und tätigt damit eine ebenso wichtige Investition wie in eine sichere Haustür.