Gartenhaus eindecken: Welche Dachplatten dauerhaft dichthalten

von HausBlogRedaktion

Beim Gartenhaus wird an der Eindeckung am häufigsten gespart, und genau dort rächt es sich zuerst. Die mitgelieferte Dachpappe eines Bausatzes hält je nach Qualität drei bis acht Jahre, danach beginnt sie an den Nähten zu reißen. Wer das Dach von vornherein anders plant, verlängert die Lebensdauer des gesamten Baus erheblich, denn nichts zerstört ein Holzgebäude schneller als eindringende Feuchtigkeit im Bereich der Konstruktion.

Die Neigung entscheidet über die Auswahl

Bevor es um Material geht, ist die Dachneigung zu klären, weil sie die Möglichkeiten begrenzt. Unterhalb von etwa fünf Grad spricht man von einem Flachdach, das eine vollflächig verklebte Abdichtung verlangt. Zwischen fünf und fünfzehn Grad kommen Platten in Betracht, sofern die Überlappung ausreichend bemessen ist. Ab etwa zwanzig Grad sind auch Ziegel und Schindeln möglich. Viele Gartenhäuser liegen im mittleren Bereich, und dort sind großformatige Platten die praktikabelste Lösung, weil sie mit wenigen Nähten auskommen.

Was zur Wahl steht

Für ein Gartenhausdach kommen im Wesentlichen vier Varianten infrage:

  • Bitumen-Dachbahn, günstig und schnell verlegt, dafür mit der kürzesten Lebensdauer und empfindlich gegen Hitze
  • Bitumen-Wellplatten, leicht und einfach zu schneiden, bei starker Sonneneinstrahlung allerdings verformbar
  • Kunststoff-Wellplatten aus Polyester oder PVC, langlebiger und in transparenter Ausführung erhältlich
  • Trapezbleche aus verzinktem oder beschichtetem Stahl, sehr haltbar, dafür lauter bei Regen
  • Ziegel oder Betondachsteine, optisch am nächsten am Wohnhaus, aber mit hohem Gewicht und entsprechenden Anforderungen an die Unterkonstruktion

Wer Wellplatten für das Dach auswählt, sollte auf die Profilform achten, denn Sinus- und Trapezprofile sind untereinander nicht kombinierbar und verlangen jeweils eigene Befestigung und Firstelemente. Der Onlinehandel meinbaustoffversand.de führt die Profilmaße getrennt auf, was den Abgleich mit vorhandenen Platten bei einer Ergänzung erleichtert.

Die Unterkonstruktion trägt die Entscheidung

Welches Material infrage kommt, hängt nicht allein vom Geschmack ab. Ziegel bringen je Quadratmeter rund vierzig bis fünfzig Kilogramm auf das Dach, Wellplatten aus Kunststoff je nach Stärke drei bis sechs. Bei einem Bausatz ist die Sparrenstärke auf leichte Eindeckung ausgelegt, weshalb ein nachträglicher Wechsel auf Ziegel eine Verstärkung erfordert. Hinzu kommt die Schneelast, die je nach Region erheblich abweicht und im Alpenvorland ein Vielfaches der norddeutschen Werte beträgt. Vor dem Kauf lohnt daher der Blick auf die Sparrenabstände, denn viele Hersteller geben für ihre Platten eine maximale Stützweite an, jenseits derer sich das Material durchbiegt.

Lichtplatten und die Frage der Helligkeit

Ein Gartenhaus ohne Fenster im Dach bleibt auch tagsüber dunkel, was besonders stört, wenn darin gearbeitet wird. Transparente oder lichtdurchlässige Platten lassen sich bei Wellprofilen einfach einbinden, weil sie im selben Profil gefertigt werden und sich wie die übrigen Platten überlappen lassen. Üblich ist, ein bis zwei Bahnen im mittleren Bereich des Daches auszuführen. Zu beachten ist die Wärmeentwicklung, denn unter einer großflächigen Lichtfläche steigt die Temperatur im Sommer deutlich an. Bei einem Geräteschuppen ist das unerheblich, bei einem Raum mit Aufenthaltsqualität sollte der Anteil begrenzt bleiben oder eine Beschattung vorgesehen werden.

Material und Lebensdauer im Verhältnis

Beim Preis je Quadratmeter liegen die Varianten überraschend nah beieinander, sobald man Befestigung und Abschlussprofile einrechnet. Der Unterschied liegt in der Standzeit. Eine Bitumenbahn ist in der Anschaffung am günstigsten und nach wenigen Jahren erneut fällig, samt Arbeitszeit und Entsorgung. Kunststoffplatten halten je nach Qualität fünfzehn bis fünfundzwanzig Jahre, Trapezbleche bei guter Beschichtung noch länger. Wer die Kosten über zwanzig Jahre rechnet, kommt bei der vermeintlich teuren Lösung günstiger heraus. Hinzu kommt der Aufwand, den ein zweiter Dachaufbau bedeutet, wenn das Gartenhaus zwischenzeitlich vollgeräumt ist.

Worauf es beim Verlegen ankommt

Die meisten Undichtigkeiten entstehen an drei Stellen. An der Überlappung, wenn sie zu knapp bemessen ist, denn bei flacher Neigung sind mindestens zwei Wellen seitlich und zwanzig Zentimeter längs erforderlich. An den Befestigungspunkten, wenn die Schrauben ohne Dichtscheibe oder zu fest eingedreht werden, was das Material zum Reißen bringt. Und am First, wenn das Abschlussprofil fehlt oder falsch herum sitzt. Die Befestigung gehört immer in den erhöhten Teil des Profils. Wer in die Vertiefung schraubt, setzt das Loch genau in die Bahn des ablaufenden Wassers. Zwischen Platten und Unterkonstruktion gehört eine Belüftungsebene, sonst sammelt sich Kondenswasser auf der Unterseite. Beim Zuschnitt gilt außerdem, dass Kunststoffplatten mit einer feinzahnigen Säge und ohne Druck bearbeitet werden, weil das Material sonst ausbricht.

Das Wasser muss irgendwo hin

Ein Gartenhausdach von zwölf Quadratmetern fängt im Jahr mehrere Kubikmeter Niederschlag auf, die kontrolliert abzuleiten sind. Das Umweltbundesamt beschreibt unter dem Stichwort Regenwasserbewirtschaftung die Ansätze zur Versickerung vor Ort, die dem Grundwasser zugutekommen und in vielen Kommunen auch gebührenrechtlich vorteilhaft sind.

Praktisch reicht meist eine Rinne mit Fallrohr in eine Regentonne, mit Überlauf in eine Sickermulde. Wichtig ist, dass das Wasser nicht direkt an der Schwelle des Gartenhauses versickert, weil sonst genau dort die Fäulnis beginnt. Ein Abstand von einem halben Meter und ein Gefälle weg vom Gebäude genügen in den meisten Fällen.

Wann eine Genehmigung nötig wird

Gartenhäuser sind bis zu einer bestimmten Größe verfahrensfrei, allerdings regelt das jedes Bundesland eigenständig. Die Grenzen liegen je nach Land zwischen zehn und vierzig Kubikmetern umbauten Raums, teils mit zusätzlichen Vorgaben zum Abstand zur Grundstücksgrenze. Verfahrensfrei bedeutet dabei nicht regelfrei, denn Abstandsflächen und Festsetzungen des Bebauungsplans gelten weiterhin. Wer nah an die Grenze baut, sollte zusätzlich beachten, dass für Bauten an der Grundstücksgrenze in mehreren Ländern Anforderungen an die Brandschutzeigenschaften der Baustoffe bestehen. Wer in einem Kleingartenverein baut, unterliegt zusätzlich der Gartenordnung, die häufig strengere Vorgaben zu Größe und Aussehen macht als das Baurecht.

Was sich vom Hausdach übertragen lässt

Viele Grundsätze gelten unabhängig von der Größe. Ein Beitrag über Dachausbau, Sanierung und den neuen Dachstuhl erläutert, worauf bei Holzkonstruktionen zu achten ist, von der Materialwahl bis zur Frage, wann sich der Zimmerer lohnt. Steht ohnehin eine Auffrischung an, bietet sich der gemeinsame Termin an. Wie sich ein Gebäude von außen renovieren lässt, ist mit Blick auf Fassade, Anstrich und Nebenanlagen zusammengestellt.

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