Abnahme eines Dachkastens: Das sollten Hausbesitzer wissen

von HausBlogRedaktion
dachkasten

Die Abnahme eines Dachkastens ist mehr als eine bloße Formalität im Bauprozess: Sie ist ein zentrales Qualitäts- und Sicherheitsmerkmal. Für viele Bauherren und Hausbesitzer ist der Dachkasten ein unscheinbarer Bestandteil des Hauses – meistens nimmt man ihn nur wahr, wenn er defekt oder verschmutzt ist. Dabei übernimmt der Dachkasten, oft auch als Gesims- oder Traufkasten bezeichnet, eine wichtige Funktion: Er schützt die Dachkonstruktion vor Feuchtigkeit, Schmutz und unerwünschten Tieren.

Gerade deshalb ist die fachgerechte Ausführung und die ordnungsgemäße Abnahme entscheidend. Wer hier nachlässig ist, riskiert nicht nur teure Folgeschäden wie Feuchtigkeitseintritt oder Schädlingsbefall, sondern gegebenenfalls auch Probleme mit der Gebäudeversicherung. Doch wann ist ein Dachkasten richtig abgenommen – und worauf sollten Hausbesitzer dabei achten?

Was ist ein Dachkasten überhaupt?

Der Dachkasten bildet im Wesentlichen den unteren Abschluss des Daches. Er ist die waagerechte Fläche zwischen Außenwand und Dachkante. Oft handelt es sich dabei um eine verkleidete Konstruktion, die aus Holz, Blech, Kunststoff oder einer Kombination dieser Materialien besteht. Neben ästhetischen Gründen – der Kasten verdeckt Dachsparren und Dachbereiche – steht vor allem der Schutz der Dachkonstruktion im Mittelpunkt. Ein gut konstruierter Dachkasten verhindert, dass Wind, Regen oder Tiere ungehindert unter das Dach gelangen können. Oft sind auch Lüftungsgitter integriert, um einen Luftaustausch zu ermöglichen und Feuchteschäden vorzubeugen.

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Wann wird der Dachkasten abgenommen?

Die Abnahme des Dachkastens findet in der Regel nach Fertigstellung der Dacharbeiten statt, aber noch bevor die abschließende Fassadengestaltung vorgenommen wird. Verantwortlich für die Abnahme ist der Bauherr, häufig gemeinsam mit seinem Bauleiter oder einem Sachverständigen. Bei Neubauten wird die Abnahme zusammen mit weiteren Dachkomponenten durchgeführt; bei Sanierungen oder Modernisierungen kann sie auch als Einzelposten erfolgen.

Was wird bei der Abnahme geprüft?

Die Dachkastenabnahme umfasst mehrere Prüfbereiche:

1. Materialqualität und Verarbeitung

Ist der Dachkasten aus dem vereinbarten Material gefertigt? Sind alle Bauteile sauber verarbeitet? Besonders Holz sollte frei von Rissen, Splittern und Harzgallen sein, Blech oder Kunststoff darf keine Dellen, Verformungen oder Farbabplatzungen aufweisen.

2. Maße und Ausführung

Sind die Maße gemäß Bauplanung und Bauordnung eingehalten? Wurde die Unterkonstruktion ordnungsgemäß ausgeführt, beispielsweise mit ausreichender Belüftung? Sind Lüftungsgitter korrekt angebracht?

3. Schutz vor Feuchtigkeit

Sind alle Anschlussstellen dicht? Gibt es sichtbare Mängel, z. B. undichte Fugen, offene Schraublöcher oder unsaubere Abdichtungen? Feuchtigkeitseintrag ist einer der Hauptgründe für langfristige Schäden.

4. Schutz vor Ungeziefer

Sind sämtliche Öffnungen (außer Lüftungsgittern) fachgerecht verschlossen? Gelangen keine Vögel, Insekten oder Nagetiere in das Dach? Hier helfen eingebaute Gitter oder engmaschige Verkleidung.

5. Optik und Oberflächen

Passt der Dachkasten optisch zum Gesamtbild des Hauses? Sind Farbgebung und Oberflächen wie vereinbart? Gibt es Lackschäden, grobe Verschmutzungen oder sichtbare Mängel?

abnahme vom dachkasten

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Typische Mängel und deren Folgen

Auch bei fachgerechter Arbeit tauchen manchmal Mängel auf, die bei der Abnahme auffallen sollten. Dazu zählen etwa:

  • Undichte Stellen: Wasser kann unter die Verkleidung dringen, Holz dauerhaft schädigen oder die Dämmung beeinträchtigen.
  • Fehlende Lüftung: Ohne ausreichende Hinterlüftung kann Feuchtigkeit nicht entweichen – es drohen Schimmelbildung und Fäulnis.
  • Unsaubere Verarbeitung: Abplatzende Farbe, ausgetretene Nägel, schiefe Verkleidung oder verschmutzte Oberflächen müssen nachgebessert werden.
  • Nicht verschlossene Öffnungen: Dies sind ideale Eintrittspunkte für Wespen, Marder oder Mäuse.

Wer Mängel übersieht, riskiert kostspielige Schäden am Gebäude. Je nach Vertrag können Bauherren während der Gewährleistungsfrist Nachbesserung verlangen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Abnahme eines Dachkastens

Damit bei der Abnahme des Dachkastens nichts übersehen wird, empfiehlt sich ein systematisches Vorgehen. Im Folgenden findest du eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung:

1. Vorbereitung

  • Unterlagen bereitstellen: Halte die Baupläne, Leistungsverzeichnisse und ggf. Herstellernachweise bereit, um die Ausführung mit den vereinbarten Standards vergleichen zu können.
  • Werkzeuge bereitlegen: Eine gute Taschenlampe, Maßband, Notizblock, Kamera/Smartphone sowie ggf. eine kleine Leiter helfen, alle Bereiche zugänglich zu machen und zu dokumentieren.
  • Beteiligte informieren: Vereinbare einen Abnahmetermin mit dem ausführenden Betrieb, deinem Bauleiter oder einem Sachverständigen.

2. Sichtprüfung von außen

  • Gehe einmal rund um das Gebäude und schaue dir den sichtbaren Teil des Dachkastens von unten und von der Seite an.
  • Achte auf:
    • Gleichmäßigkeit der Verkleidung und Farbgebung
    • Glatte Oberflächen ohne Risse, Abplatzungen oder Verschmutzungen
    • Spaltmaße zwischen einzelnen Verkleidungsteilen

3. Prüfung der Materialqualität

  • Fühle vorsichtig an den Materialien: Gibt es Splitter, scharfe Kanten oder Dellen?
  • Kontrolliere, ob alle verwendeten Materialien den vertraglichen Vorgaben entsprechen.
  • Überprüfe insbesondere Holz auf Harzgallen, Risse oder Druckstellen.

4. Kontrolle der Ausführung

  • Miss nach, ob die Maße und der Aufbau mit den Plänen übereinstimmen.
  • Achte auf die fachgerechte Anbringung von Lüftungsgittern – ist überall ein Luftaustausch möglich, aber kein Zugang für Tiere?
  • Prüfe Verschraubungen und Befestigungen – sitzt alles fest und sicher?

5. Dichtigkeit und Schutz vor Feuchtigkeit

  • Überprüfe alle Fugen, Übergänge und Enden auf Dichtheit. Dort darf kein Wasser hinter die Verkleidung dringen.
  • Eventuell bei Nässe mit einem Papiertuch antestecken: Bleibt es trocken?
  • Achte besonders auch auf Abschlüsse an der Wand und Kappleisten.

6. Schutz vor Schädlingen und Ungeziefer

  • Kontrolliere, ob alle Öffnungen außer den Lüftungsgittern sicher verschlossen sind.
  • Inspiziere Lüftungsgitter auf festen Sitz und ausreichende Maschenweite.
  • Prüfe die Unterseiten und Ecken auf Eintrittsspuren von Insekten oder Kleintieren.

7. Innenbereiche (wenn zugänglich)

  • Falls der Dachkasten Zugang zum Dachboden hat, begutachte die Innenseite von dort: Sind Verkleidung und Abdichtungen auch von innen intakt?
  • Gibt es feuchte Stellen, auffälligen Geruch oder tierische Spuren?

8. Fotodokumentation

  • Mache Fotos von allen beanstandeten Punkten, aber auch von Übersichtsbereichen zur späteren Dokumentation.

9. Protokoll erstellen

  • Halte sämtliche Beobachtungen, Messungen und Mängel schriftlich im Abnahmeprotokoll fest.
  • Trage ein, ob und welche Nachbesserungen zeitnah erfolgen sollen sowie einen Folgetermin, falls nötig.
  • Lasse das Protokoll von allen Anwesenden unterschreiben.

10. Nachbesserung und erneute Prüfung (falls nötig)

  • Beauftrage die Nachbesserungen zeitnah und dokumentiere alles im Protokoll.
  • Führe ggf. eine Wiederholungsabnahme nach Fertigstellung der Nachbesserung durch.
dachkasten eines hauses

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Protokollieren und dokumentieren

Jede Abnahme sollte protokolliert werden. Hierzu gehört ein schriftliches Abnahmeprotokoll mit Datum, allen beteiligten Personen, den geprüften Punkten sowie etwaigen Beanstandungen und Nachbesserungen. Fotos von Mängeln oder besonders heiklen Stellen erleichtern die spätere Nachverfolgung.

Unser Tipp: Das Protokoll sollte von allen Parteien unterschrieben werden. Nur so sind Rechte und Pflichten klar dokumentiert.

Praktische Tipps für Hausbesitzer

  • Frühzeitig informieren: Schon während der Planung auf Materialien und Konstruktionsdetails achten.
  • Bei der Abnahme nicht hetzen: Gönnen Sie sich Zeit, auch mal mit einer Taschenlampe alle Details in Augenschein zu nehmen.
  • Sachverständigen hinzuziehen: Wenn Sie unsicher sind, lohnt es sich, einen neutralen Experten zur Abnahme zu beauftragen.
  • Mängel sofort anzeigen: Entdeckte Mängel immer schriftlich festhalten und binnen Frist Nachbesserung verlangen.

Fazit: Gründlichkeit zahlt sich aus

Die Abnahme des Dachkastens ist kein lästiges Detail, sondern ein wichtiger Schritt für einen soliden und langlebigen Schutz Ihres Hauses. Wer hier sorgfältig prüft, spart auf lange Sicht Kosten und Ärger. Investieren Sie etwas Zeit, dokumentieren Sie alles – und genießen Sie am Ende ein sicheres, schönes Zuhause!

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