Barrierefreier Balkon: Worauf es bei Türschwelle, Geländer und Belag ankommt

von HausBlogRedaktion

Ein Balkon soll entspannen, nicht anstrengen. Doch eine hohe Schwelle, rutschige Fliesen oder ein ungünstiges Geländer machen den Weg nach draußen schnell zur Hürde. Gerade im Alter zählt jeder sichere Schritt.

Barrierefreiheit bedeutet hier vor allem: stufenlos hinausgehen, sicher stehen und sich gut festhalten können. Dazu kommen genug Platz zum Drehen und eine Möblierung, die Wege frei lässt. Mit guter Planung wird der Balkon ein Ort, der lange nutzbar bleibt.

So wird der Balkon wirklich barrierefrei

Ein barrierefreier Balkon besteht aus mehreren Bausteinen, die zusammenpassen müssen. Der Zugang durch die Tür entscheidet über Stolperrisiken und Alltagstauglichkeit. Danach folgen Geländer, Bodenbelag und eine sinnvolle Ausstattung, die Wege und Blickachsen frei hält.

Schwellen, die niemand mehr spürt

In diesem Teil geht es um den Übergang von innen nach außen. Eine kleine Kante reicht oft schon, um unsicher zu werden, vor allem mit Rollator oder Rollstuhl. Eine gut geplante Lösung erleichtert den Alltag und senkt Sturzrisiken.

Wichtig ist zuerst die Fläche direkt hinter und vor der Tür. Wer beim Umbau auch ein passendes Balkongeländer Edelstahl einplant, sollte Zugang und Absturzschutz gemeinsam denken. So passen Maße, Höhen und Befestigung später besser zusammen.

Für barrierefreies Bauen nennt die DIN 18040-2 sehr klare Ziele. Der Höhenversatz am Übergang soll maximal 4 Millimeter betragen, nur in Ausnahmefällen sind 1 Zentimeter erlaubt. Außerdem soll ein Balkon stufenlos erreichbar sein, mit Bewegungsflächen von mindestens 120 mal 120 Zentimetern, für Rollstuhlfahrende 150 mal 150 Zentimetern.

Auch die Gesamtfläche spielt eine Rolle, weil Möbel sonst Wege blockieren. Praxisratgeber empfehlen oft mindestens 4,5 Quadratmeter, damit Sitzplatz und Wendefläche zusammenpassen. Gleichzeitig entsteht bei Nullschwellen ein Planungsproblem, denn an Türen werden oft 15 Zentimeter Abdichtungshöhe gefordert. Fachleute lösen das meist mit Entwässerungsrosten direkt vor der Tür und einem Gefälle vom Gebäude weg. Entwässerung am Türbereich sollte früh mitgedacht werden, sonst entstehen später teure Nacharbeiten.

Geländer, die schützen und Blick geben

Hier steht die Absturzsicherheit im Mittelpunkt, ohne den Balkon „abzuschneiden“. Höhe, Füllung und Griffe entscheiden darüber, ob sich der Balkon ruhig und sicher anfühlt; verbindliche Vorgaben zu Brüstungen sind beim TÜV dokumentiert, siehe Brüstungen. Auch die Bedienbarkeit im Alltag sollte berücksichtigt werden.

Als Richtwert nennen DIN 18065 und viele Landesbauordnungen mindestens 90 Zentimeter Geländerhöhe bei Absturzhöhen bis 12 Meter. Bei größeren Absturzhöhen sind häufig 110 Zentimeter üblich. Je nach Regelwerk kann ein Geländer schon ab etwa 50 Zentimetern Absturzhöhe Pflicht sein, daher lohnt ein Blick in die örtlichen Vorgaben. Die Geländerhöhe sollte immer zur Absturzhöhe des Gebäudes passen.

Für ältere Menschen zählt auch die Sicht nach draußen, besonders im Sitzen. Der Ratgeber „Balkon und Terrasse, Zuhause im Alter“ empfiehlt, Brüstungen ab etwa 60 Zentimetern Höhe durchsichtig auszuführen. Ein glas balkon geländer kann dabei Schutz und Ausblick verbinden, wenn es zur Einbausituation passt.

Die passende Höhe richtet sich nach Absturzhöhe und Landesbauordnung, nicht nur nach Geschmack. Eine griffsichere Oberkante hilft beim Aufstehen und beim sicheren Gehen am Rand. Durchsichtige Füllungen verbessern die Sicht im Sitzen und senken den Drang zum Vorbeugen. Die Planung sollte Türbereich, Entwässerung und Geländerbefestigung gemeinsam prüfen. So bleibt der Balkon ein Ort, der sich ruhig anfühlt.

Belag, Licht und Möbel richtig wählen

Dieser Abschnitt bündelt die Details, die im Alltag den Unterschied machen. Oft sind es kleine Entscheidungen, die Stürze verhindern und Wege frei halten. Ein ebener Verlauf ohne Kanten erleichtert zudem das Schieben von Rollator oder Stuhl.

Beim Belag zählt vor allem Rutschhemmung, besonders bei Regen und Frost. Strukturierte Fliesen, geeignete Beschichtungen oder Balkonbeläge mit rauer Oberfläche geben mehr Halt. Lose Teppiche oder wackelige Klickplatten können dagegen Kanten bilden, die zum Stolpern einladen.

Gute Beleuchtung macht den Balkon auch am Abend sicherer, etwa mit blendarmen Leuchten an Tür und Laufweg. Möbel sollten nicht in den Durchgang ragen, damit die Bewegungsfläche frei bleibt. In der Praxis wird bei Umbauten manchmal der Balkonboden angehoben, damit der Übergang fast schwellenlos gelingt. Dann muss häufig auch das Geländer angepasst oder erhöht werden, damit die vorgeschriebenen Höhen weiter stimmen. Rutschhemmender Belag und gutes Licht senken das Risiko bei Nässe deutlich.

Am Ende zählt ein einfacher Test: Kann der Weg von der Tür bis zum Sitzplatz ohne Umwege begangen werden. Hilfreich ist es, das mit den geplanten Möbeln probeweise nachzustellen. Wenn das gelingt, fühlt sich der Balkon sofort leichter an.

Der sichere Balkon bleibt lange nutzbar

Ein barrierefreier Balkon braucht Platz, klare Übergänge und ein Geländer, das zu den Vorgaben passt. Als Orientierung helfen mindestens 4,5 Quadratmeter Fläche und eine freie Wendefläche von 150 mal 150 Zentimetern. Auch die Begriffe balkone geländer und Sicherheit gehören zusammen, denn Absturzschutz ist Teil der Barrierefreiheit.

Bei größeren Änderungen lohnt die Abstimmung mit Fachbetrieben, weil Abdichtung, Gefälle und Geländerbefestigung zusammenhängen. Wer die wichtigsten Maße und Regeln früh klärt, vermeidet Kompromisse am Ende. Ein gut geplanter Balkon bleibt ein sicherer Lieblingsplatz, auch wenn sich das Leben verändert.

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