Wer sein Gartenparadies nur ein paar Wochen im Jahr voll auskostet, schöpft sein Potenzial nicht aus. Mit den richtigen baulichen und organisatorischen Vorgaben lassen sich Außenräume so gliedern, dass sie an kühlen, regnerischen oder zu sonnigen Tagen ebenso funktional sind wie an den klassischen Sommertagen im Sommer. Vor allem eine sinnvolle Gliederung in Funktionsbereiche, ein abgestimmtes Witterungsmanagement und Materialien, die zur Häufigkeit der Nutzung und zum Pflegeaufwand passen, sind ausschlaggebend.
Außenräume in Zonen planen
Eine tragfähige Planung beginnt mit der Analyse der vorhandenen Flächen, ihrer Wegebeziehungen und Blickachsen zwischen Haus und Garten. Geübte Gliederungen sind Aufenthaltszonen, Nutzflächen, Spiel- und Bewegungsflächen und gegebenenfalls Wasserflächen wie Teich oder Pool. Aufenthaltszonen sollten möglichst nahe am Haus liegen, um den Weg nach drinnen kurz zu halten und um Installationen wie Strom und Beleuchtung einzuführen.
Bewegungs- und Spielflächen sollten etwas weiter entfernt liegen als Terrasse und Hauseingang, um Lärmbelastung und Betriebsamkeit zu entzerren. Die Lage der Wasserflächen sollte so angelegt werden, dass sie von der Wohnung aus gut einsehbar sind und gleichzeitig nicht zu nahe bei Laubbäumen liegen, die viel Schmutz eintragen. Die Wege zwischen diesen Zonen benötigen eine rutschfeste Oberfläche und sollten in der Breite auch von Spaziergängern bei Schnee und Nässe benutzbar sein. Geeignete Materialien sind z. B. Betonstein mit Struktur, Natursteine mit bearbeiteter Oberfläche oder beschichtete Holz- und WPC-Dielen.
Witterungsschutz für Wasser und Grün
Wasserflächen reagieren besonders empfindlich auf Witterung und Temperaturschwankungen und auf Schmutzeintrag. Wer einen Pool in die Gartengestaltung einbezieht, muss deshalb die Sicherheitsproblematik, den Energiebedarf und den Pflegeaufwand als zusammenhängendes System betrachten. Eine Festinstallierung oder Abschiebung des Pools mit Überdachung macht es möglich, den Energieverlust zu verringern, die Verdunstung zu verringern und den Eintrag von Blättern und Schmutz zu vermindern. Geeignete Abdeck- und Überdachungssysteme können den Energiebedarf von Becken erheblich senken, da weniger Heizleistung benötigt wird und das Wasser länger temperiert bleibt.
Eine solide Bauweise mit geprüften Verriegelungen erhöht zugleich das Sicherheitsgefühlt, denn der ungehinderte Zugang für Kinder und Haustiere wird erschwert. Für die Wasserqualität sind Filterung, Desinfektionsverfahren und ständige Kontrolle des pH-Wertes und der Desinfektionsmittelkonzentration maßgebend. Überdachungen und Abdeckungen vermindern die Algenbildung, da weniger organisches Material eingetragen wird und die Menge der Fremdkörper im Wasser geringer ist. Dies bewirkt auch weniger Chemikalienbedarf und damit eine Verbesserung der Umweltbilanz und der Betriebskosten.
Bepflanzung und Bodenaufbau fördern die wetterunabhängige Benutzbarkeit. Immergrüne Gehölze, Hecken und Sträucher bilden Windbrecher, große Laubbäume mit ausladender Krone schaffen im Sommer Hitzeschutz. Wichtig ist, dass die Auswahl der Pflanzen an den Standort angepasst wird, damit Pflegeaufwand und Wasserbedarf zur eigenen Normierung passen.
Überdachte Flächen für Alltag und Gäste
Ein dauernd oder teilweise überdachter Aufenthalt im Freien ist Voraussetzung für eine wetterunabhängige Benutzung. Beispielhafte Lösungen sind etwa feste Terrassenüberdachungen aus Glas oder Metall, die den Raum unter dem Dach mit Licht durchfluten und Schutz vor Regen bieten, so dass auch in den Übergangszeiten des Jahres die Terrasse genutzt werden kann. Textile Systeme wie Markisen oder Sonnensegel erlauben eine flexible Beschattung, verlangen aber eine sorgfältige Auswahl wetterfester Stoffe und eine zuverlässige Befestigung.
Ein seitlicher Windschutz, beispielsweise durch Schiebeelemente aus Glas oder Lamellensysteme, vermindern die Zugluft und stellen schon bei etwas niedrigen Temperaturen ein Gefühl von Behaglichkeit ein. Für die Terrassenmöbel bieten sich witterungsbeständige Materialien wie pulverbeschichtetes Metall oder Hartholz mit entsprechender Oberflächenbehandlung an, auch hochwertige Kunststoffgeflechte sind hier möglich, als Ergänzung können abnehmbare Polster verwendet werden. Werden Stauraumlösungen für Kissen und Decken gleich neben der Terrasse mit eingeplant, sinkt die Schwelle zur unmittelbaren Nutzung auch bei wechselhaftem Wetter.
Pflegeaufwand und Materialwahl über den Jahreskreis
Ein Außenbereich, der ganzjährig genutzt werden will, braucht ein aufeinander abgestimmtes Pflegekonzept mit klaren Tätigkeitsschwerpunkten zu den unterschiedlichen Jahreszeiten. Ziel muss es sein, die gewünschte Inanspruchnahme des Außenraumes zum Beispiel durch den eigenen Bedarf und die realistische Pflegekapazität ins Gleichgewicht zu bringen.
Frühjahrsarbeiten bestehen häufig aus:
- Reinigung von Belägen
- Inbetriebnahme des Pools
- Rückschnitt frostempfindlicher Pflanzen
- Kontrolle von Entwässerung
- Beleuchtung
Im Sommer stehen dann im Vordergrund:
- Bewässerungsmanagement
- Sonnenschutz und laufende Wasserpflege
- Kontrolle der technischen Anlagen
Herbst und Winter sind die Jahreszeiten, in denen die Überdachungen, Markisen und Befestigungspunkte auf Gefährdungen durch Schneelasten, Sturm- oder Feuchteschäden kontrolliert werden können. Der Einsatz von Materialien sollte den Wartungszyklen und der Haltbarkeit angepasst werden. Für Terrassen- und Wegflächen eignen sich langlebige, frostsichere Beläge, die mechanische Belastungen und wiederholte Reinigungsprozesse aushalten. Bei Überdachungen für Terrasse oder Pool sind neben Tragfähigkeit, Korrosionsschutz, UV-Beständigkeit der Verglasung oder Abdeckmaterialien auch die Qualität der Beschläge maßgebende Kriterien.
Wer seinen Garten so plant, dass die Wege kurz und die Zonen klar definiert sind und die Witterungseinflüsse konzentriert gesteuert werden können, der gewinnt auch für sich den Außenbereich als Erweiterung des Wohnraumes an deutlich mehr Tagen im Jahr. Durchdachte Überdachungen, sinnvolle Materialwahl und ein über den Jahresverlauf abgestimmtes Pflegekonzept wirken so, dass der Garten nicht nur im Hochsommer funktioniert, sondern zum stabil nutzbaren Bestandteil des Hauses wird.