Mythen, Fakten und Tipps: Ist eine unreife Kiwi giftig?

von HausBlogRedaktion
kiwi am baum

Die Kiwi ist längst keine exotische Frucht mehr, sondern fester Bestandteil vieler Obstschalen und Frühstücksteller. Mit ihrem süß-säuerlichen Geschmack, dem hohen Vitamin-C-Gehalt und der leuchtend grünen Farbe gilt sie als gesund und lecker.

Doch immer wieder taucht die Frage auf: Ist eine unreife Kiwi eigentlich giftig? Sollte man sie besser meiden oder kann man sie bedenkenlos essen? In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige rund um die Reife der Kiwi, mögliche Risiken und den besten Zeitpunkt zum Verzehr.

Was bedeutet „unreif“ bei Kiwis?

Kiwis werden meist unreif geerntet und reifen während des Transports und der Lagerung nach. Eine unreife Kiwi erkennt man daran, dass sie sehr fest ist und sich kaum eindrücken lässt. Ihr Geschmack ist dann meist sehr sauer, das Fruchtfleisch weniger aromatisch und manchmal leicht bitter. Erst wenn die Kiwi auf leichten Druck nachgibt, ist sie reif und entfaltet ihr volles Aroma.

Enthält eine unreife Kiwi giftige Stoffe?

Der Mythos, dass unreife Kiwis giftig seien, hält sich hartnäckig. Tatsächlich enthält die Kiwi – wie viele andere Früchte auch – verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme, die in unreifem Zustand in höherer Konzentration vorliegen können. Besonders relevant ist dabei das Enzym Actinidin, das für die Verdauung von Eiweißen verantwortlich ist und in unreifen Kiwis besonders aktiv ist. Auch die Fruchtsäuren sind in unreifen Kiwis deutlich stärker ausgeprägt.

Giftig im Sinne einer echten Vergiftung ist die unreife Kiwi jedoch nicht. Es gibt keine Hinweise darauf, dass der Verzehr einer unreifen Kiwi zu einer ernsthaften Vergiftung führen kann. Allerdings kann der hohe Gehalt an Säuren und Enzymen bei empfindlichen Personen zu Beschwerden führen.

kiwi schneiden

Nungning20/shutterstock.com

Welche Beschwerden können auftreten?

Wer eine unreife Kiwi isst, muss also keine Angst vor einer „Vergiftung“ haben. Trotzdem kann es zu unangenehmen Reaktionen kommen:

  • Mund- und Rachenreizungen: Die hohe Konzentration an Fruchtsäuren und das Enzym Actinidin können Schleimhäute reizen. Das äußert sich in einem brennenden Gefühl im Mund, auf der Zunge oder am Gaumen.
  • Magen-Darm-Beschwerden: Bei empfindlichen Personen können Magenschmerzen, Übelkeit oder Durchfall auftreten, wenn größere Mengen unreifer Kiwis gegessen werden.
  • Allergische Reaktionen: Manche Menschen reagieren auf das Enzym Actinidin allergisch, unabhängig vom Reifegrad der Frucht. Typisch sind Juckreiz, Schwellungen oder Hautausschläge im Mundbereich.

Diese Reaktionen sind in der Regel harmlos und klingen von selbst wieder ab. Bei schweren Allergien oder anhaltenden Beschwerden sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden.

Warum schmeckt eine unreife Kiwi so sauer?

Der Geschmack einer Kiwi hängt eng mit ihrem Reifegrad zusammen. Während des Reifeprozesses werden die in der Frucht enthaltenen Fruchtsäuren abgebaut und in Zucker umgewandelt. Eine unreife Kiwi enthält daher deutlich mehr Säure und weniger Zucker – das macht sie besonders sauer und manchmal sogar leicht bitter. Viele Menschen empfinden den Geschmack unreifer Kiwis als unangenehm.

Wie reifen Kiwis am besten nach?

Um den vollen Geschmack und die beste Verträglichkeit zu erreichen, sollte man Kiwis erst essen, wenn sie reif sind. Das Nachreifen ist ganz einfach:

  • Bei Zimmertemperatur lagern: Lege die Kiwis in eine Obstschale bei Raumtemperatur. Nach einigen Tagen werden sie weicher und aromatischer.
  • Mit Äpfeln oder Bananen lagern: Diese Früchte geben das Reifegas Ethylen ab, das den Reifeprozess beschleunigt. Lege eine Kiwi zusammen mit einem Apfel in eine Papiertüte – meist reicht schon ein bis zwei Tage.
  • Nicht im Kühlschrank nachreifen lassen: Im Kühlschrank verzögert sich die Reifung. Erst wenn die Kiwi reif ist, kann sie im Kühlschrank gelagert werden, um länger frisch zu bleiben.

Gibt es Unterschiede zwischen grünen und gelben Kiwis?

Grüne Kiwis (Actinidia deliciosa) sind die bekannteste Sorte, während gelbe Kiwis (Actinidia chinensis, „Kiwi Gold“) immer beliebter werden. Gelbe Kiwis sind meist süßer und weniger sauer, auch im unreifen Zustand. Die Verträglichkeit ist ähnlich, allerdings berichten viele Menschen, dass gelbe Kiwis selbst im halbreifen Zustand angenehmer zu essen sind.

Fazit: Nicht giftig, aber wenig empfehlenswert

Abschließend lässt sich sagen: Eine unreife Kiwi ist nicht giftig, aber sie schmeckt meist unangenehm sauer und kann bei empfindlichen Personen zu Reizungen oder Magenbeschwerden führen. Wer auf den vollen Genuss und eine gute Verträglichkeit Wert legt, sollte daher warten, bis die Kiwi weich und aromatisch ist. Mit einfachen Methoden lässt sich die Reifung zu Hause problemlos beschleunigen.

Tipp: Wenn du einmal eine unreife Kiwi erwischt hast, lege sie einfach ein paar Tage bei Zimmertemperatur zur Seite – dann steht dem gesunden Genuss nichts mehr im Wege!

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