Garten optimal als Rückzugsort einrichten: Zonierung, Sichtschutz und Ruhebereiche

von HausBlogRedaktion

Ein Garten ist mehr als eine Rasenfläche mit Beeten. Wer den Außenraum von Grund auf plant, gewinnt einen Raum zum Erholen und Ausruhen, zum Arbeiten und Meditieren, kurz: einen Garten für alle Lebenslagen. Voraussetzung dafür ist eine klare Struktur: Zonierung, Sichtschutz und Ruheplätze, die nach der Ausrichtung des Grundstücks angeordnet sind.

Zonierung nach Nutzung

Die Grundlage jeder Gartenplanung ist die Zerlegung in Nutzungszonen. Landschaftsarchitekten unterscheiden meist zwischen den aktiven Zonen (Spielflächen, Nutzgarten, Essplatz) und passiven Zonen (Lese- und Ruheplätze, Wasserflächen, meditative Bereiche). Für die Planung von Spiel- und Freiflächen gibt es wichtige Anhaltspunkte über Mindestabstände und Flächenbedarf. So sollten für einen Platz im Essbereich mindestens vier bis sechs Quadratmeter, für die Ruhezone eine geschützte Lage abseits der Hauptwege gewählt werden.

Ein Relaxsessel im Garten in klassischer Form benötigt, ausgezogen, etwa zwei Quadratmeter Stellfläche. Der Platz sollte so gewählt werden, dass sowohl Sonne als auch Halbschatten erreicht werden kann. Wer mehrere Zonen anlegt, verbindet sie über schmale Wege, wechselnde Beläge oder niedrige Pflanzstreifen. Solche Übergänge geben dem Nutzer zu erkennen, wo die Funktion wechselt, ohne den Gesamteindruck zu zerschneiden.

Sichtschutz planen und kombinieren

Sichtschutz erfüllt zwei Funktionen: Er sperrt den Einblick von außen und rahmt den Innenraum des Gartens ein. Bewährt hat sich eine Kombination von beidem, pflanzlichen und baulichen Elementen. Hecken aus Hainbuche, Eibe oder Kirschlorbeer wachsen nach drei bis fünf Jahren auf etwa 180 cm Höhe und bieten ganzjährigen Sichtschutz. Wer schneller zu Ergebnissen kommen möchte, verankert Rankgitter mit Waldrebe oder Wildem Wein und ergänzt sie mit Sichtschutzelementen aus WPC, Lärchenholz oder pulverbeschichtetem Stahl.

Bei der Höhenplanung gilt in Deutschland das Nachbarrecht des jeweiligen Bundeslandes. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel sind Einfriedungen bis zwei Meter Höhe entlang der Grundstücksgrenze meist erlaubnisfrei, für höhere Bauten ist ein Blick in die lokale Bauordnung empfehlenswert. Soll der Sichtschutz nur zeitweise bestehen, sind Paravents oder mobile Elemente die bessere Wahl, etwa wenn Mieter keine Veränderung vornehmen dürfen.

Ruhige Plätze und ihre Materialien

Ruhige Plätze liegen am besten nach Südwesten. Dort sind sie am Nachmittag und frühen Abend am längsten der Sonne ausgesetzt. Pergolen mit Schiebedach oder Sonnensegel schützen die körperliche Belastung durch UV-Strahlung merklich.

Die wichtigsten Eigenschaften des Bodenbelags und der Möbel sind Witterungsbeständigkeit und Pflegeaufwand. Naturstein wie Basalt und Granit erreicht Frostbeständigkeit und bleibt über Jahrzehnte formstabil. Holzdecks aus Robinie, Eiche oder Douglasie erreichen ohne chemische Behandlung höhere Dauerhaftigkeitsklassen (1 bis 3). Sitzauflagen aus Textilien sollten einen Lichtechtheitswert von mindestens 6 auf der achtstufigen Blauwollskala erreichen, damit sie über mehrere Saisons hin farbstabil bleiben.

Rückzug und akustische Gestaltung

Ein Rückzugsort ist nur dann ein solcher, wenn auch die akustische Kulisse stimmt. Dichte Bepflanzung kann Verkehrsgeräusche um etwa zwei bis vier Dezibel pro Meter Vegetationstiefe dämpfen. Deutlich wirkungsvoller sind Mischsysteme aus Erdwall und Bepflanzung oder Lärmschutzwände. Für kleinere Gärten reicht oft ein Wasserspiel, das mit gleichmäßigem Rauschen unregelmäßige Störgeräusche überlagert.

Bei der Bepflanzung der Ruhezone bieten sich Pflanzen mit ruhiger Blattstruktur und zurückhaltender Blüte an, beispielsweise Gräser wie Miscanthus sinensis, Farne oder Funkien. Duftpflanzen wie Lavendel, Salbei oder Waldmeister erhöhen sensorisch den Eindruck des Rückzugs. Wer den Garten auch in den Abendstunden nutzt, sollte auf warmweiße LED-Beleuchtung mit 2700 Kelvin Farbtemperatur setzen, denn diese zieht wesentlich weniger Insekten an und fördert den ruhigen Charakter des Platzes.

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