Garten als Erweiterung des Wohnraums: Trends bei Outdoor Living und ganzjähriger Nutzung

von HausBlogRedaktion

Der Garten rückt immer mehr zu einem vollwertigen Wohnraum und aus einer saisonalen Grünfläche in das Bewusstsein der Hausbesitzer. Investiert wird deshalb in überdachte Terrassen, Outdoor-Küchen, Feuerstellen und Wellnesselemente, die einen Aufenthalt in der Natur auch bei niedrigen Temperaturen ermöglichen. Damit verschieben sich die Grenzen zwischen Innen und Außen, der Garten muss künftig ähnlichen Ansprüchen an Komfort, Ausstattung und Technik genügen wie das Wohnzimmer.

Ganzjährige Nutzung durch Technik und bauliche Planung

Voraussetzungen ganzjähriger Nutzung sind eine durchdachte Planung unter Berücksichtigung von Witterungsschutz, Beleuchtung und Wärmequellen. Überdachungen aus Aluminium mit Lamellendach sind stufenlos verstellbar, halten in geschlossenem Zustand als Regenschutz und als Windschutz stand. Infrarotstrahler mit Leistungen zwischen 1500 und 2400 Watt sorgen für gerichtete Wärme, die den Wirkbereich innerhalb von Sekunden erreicht. Sie sind gegenüber anderen konvektiven Heizsystemen im Außenbereich deutlich effektiver. Als Rutschhemmung sind für nasse und barfuß begangene Flächen im Außenbereich die Klassen R11 bis R13 (DIN 51130) maßgebend. Pflanzt man eine Fundamentplatte für schwerere Ausstattungselemente ein, sollte man mit einem Statiker rechtzeitig die Traglast abklären, denn Punktlasten von mehreren hundert Kilogramm pro qm sind nicht unüblich.

Wasserelemente als zentrales Ausstattungsmerkmal

Ein anderer Trend, der sich in den letzten Jahren auch im Privatbereich verfestigt hat, sind Wasserelemente im Garten. Beheizte Teiche, Pools, Whirlpools und Swim Spas rücken in den Fokus, die für ganzjährigen Betrieb angelegt sind. Isolierte Wannen und geschäumte Gehäuse helfen, den Energieverbrauch zu senken. Ein Swim Spa von 4 bis 6 m Länge kann sowohl als Schwimmsystem gegen die Strömung als auch als warmer Sprudelbereich genutzt werden. Die Stromversorgung erfolgt in der Regel über einen 400-Volt-Anschluss, dessen Einbindung durch einen Elektroinstallateur mit Eintragung in das Installateurverzeichnis nach Niederspannungsanschlussverordnung erfolgen sollte. TÜV oder GS weisen auf geprüfte Sicherheit hin, während die Energieeffizienz häufig nach kalifornischem APSP 14 Standard beurteilt wird, der auch in Europa zur Vergleichbarmachung herangezogen wird.

Materialien, Lebensdauer und Rechtsfragen

Für den Außenbereich haben sich Materialien bewährt, die UV-beständig, frostbeständig und wartungsarm sind. Thermisch modifiziertes Holz hat die Dauerhaftigkeitsklasse 1 und 2 und ist somit sowohl für den Erdkontakt als auch für den Wetterwechsel geeignet. WPC-Dielen sind eine pflegeleichte Alternative, aber die Unterschiede unter beiden Herstellern sind erheblich, sodass es sich lohnt, einen Blick auf die Deklaration nach EN 15534 zu werfen.

Wer im Garten größere bauliche Veränderungen plant, muss sich auch mit dem Thema Genehmigung beschäftigen. Wie die jeweiligen Landesbauordnungen bestimmen, gelten für Terrassenüberdachungen, Gartenhäuser und fest installierte Wasserbecken je nach Bundesland unterschiedliche Vorschriften. In Bayern sind z. B. Terrassenüberdachungen bis 30 Quadratmeter Grundfläche und 3 Meter Tiefe verfahrensfrei, in anderen Bundesländern gelten abweichende Grenzen. Ein Blick in die örtliche Bauordnung oder ein Vorabgespräch beim Bauamt spart späteren Ärger.

Nachhaltigkeit und Betriebskosten realistisch einschätzen

Wer den Garten langfristig als Wohnraum nutzt, sollte die Betriebskosten von vornherein mitkalkulieren. Ein gut isolierter Whirlpool mit einem Volumen von 1.500 Litern bringt bei einer Wassertemperatur von 37 °C und ganzjährigem Betrieb zwischen 40 und 90 Euro Stromkosten im Monat, je nach Isolierung, Standort und Häufigkeit der Benutzung. Photovoltaikanlagen mit Batteriespeicher können den Eigenverbrauch decken und liefen die laufenden Kosten entsprechend. Regenwasserzisternen versorgen Bewässerungsanlagen, was in Zeiten zunehmender Sommertrockenheit auch eine lohnende Variante ist. Wer diese Aspekte schon in der Planungsphase berücksichtigt, schafft sich einen Außenbereich, der über Jahre hinweg ohne lästige Kosten oder Wartungsaufwand genutzt werden kann.

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