Die Physalis, auch Blasenkirsche, Lampionblume oder Andenbeere genannt, gehört zu den Nachtschattengewächsen und zeigt eine Verwandtschaft mit der Tomate auf.
Die orangefarbene, kugelförmige Frucht ist kunstvoll umhüllt und eignet sich hervorragend zum Essen oder zur Dekoration. Sie wird vollreif geerntet und schmeckt auch aus eigenem Anbau köstlich. Ob die Physalis nachreift und was es ansonsten noch über die exotische Frucht zu wissen gibt, zeigen wir in diesem Beitrag.
Wann ist die Physalis reif?
Die Früchte der Physalis schmecken nur, wenn sie reif geerntet werden. Nach der Blüte bilden sich zunächst grüne Lampions, die bis zur Erntezeit dann hellbraun und orange werden. Weisen die Früchte noch eine grünlich-beige Farbe auf, sind sie nicht genießbar und sogar giftig. Erst, wenn die Lampionhüllen allmählich vertrocknet und bröselig sind und eine gelblich braune Farbe aufweisen, ist die Ernte sinnvoll, frühstens etwa Ende August. Eine Pflanze ergibt etwa 1,5 Kilogramm aromatischer Früchte.
Wann reifen Physalis nach?
Für die Ernte empfiehlt es sich, die exotischen Früchte einzeln und schonend mit einem scharfen Messer oder einer Schere abzutrennen. Sie sind nach der Ernte lange haltbar, solange sie in der pergamentartigen Hülle belassen werden. Im Vergleich zu anderen Obstsorten reifen sie nicht nach, sodass sich eine frühzeitige Ernte nicht lohnt. Sie werden immer vollreif gepflückt und sind dann bei Raumtemperatur getrocknet bis zu vier Wochen haltbar.

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Für eine vielseitige Nutzung ist auch die Aufbewahrung im Kühlschrank oder das Einfrieren im Tiefkühlfach möglich. Im Kühlschrank halten sie mehrere Wochen, wobei darauf zu achten ist, dass die Früchte nicht feucht werden, im Gefrierfach mehrere Monate. Hierfür sollten die Hüllen dann entfernt werden.
Anbau und Erntezeit
Es ist kein Geheimnis, dass die Physalis im Eigenanbau noch einmal süßer schmeckt als in der gekauften Version aus dem Supermarkt. Für den Anbau im eigenen Garten gibt es einiges zu beachten. Schon ab Januar können die Samen in einen Topf gepflanzt werden, um die Pflanze auf der Fensterbank vorzuziehen. Etwa ab Mitte Mai ist dann eine Verlagerung nach draußen möglich. Die Physalis schmeckt darum süßer, weil sie zu Hause erst dann geerntet wird, wenn sie tatsächlich reif ist. Der Import aus anderen Ländern bringt häufig mit sich, dass die Früchte zu früh geerntet werden. Der Geschmack ist dann sauer und bitter.
Hervorragend ist ein windgeschützter und sonniger Ort, am besten südlich oder südwestlich. Die Pflanze lässt sich im Garten, aber auch auf dem Balkon züchten, benötigt nur Wärme und Sonne. Die Physalis benötigt viel Platz, bei einem Loch, das etwa doppelt so breit und tief wie die Wurzel ist. Für ein gesundes Wachstum ist auch das Düngen möglich, beispielsweise mit etwas Kompost. Die Erde sollte nährstoffreich und durchlässig sein.

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Die Triebe sind relativ empfindlich, können aber mit einer Rankhilfe gestützt werden. Als Kübelpflanze auf dem Balkon ist ein großer Topf notwendig, der etwa zwanzig Liter fasst und ein Abzugsloch besitzt, über das das Gießwasser ablaufen kann. Für den Anbau in Deutschland empfiehlt sich die samenfeste Sorte „Schönbrunner Gold“, die eine Auslese mit großen und saftigen Früchten verspricht.
Vielseitige Verwendungsmöglichkeiten
Genutzt werden die Früchte der Physalis sowohl zum Verzehr und Kochen als auch zu dekorativen Zwecken. Sie lassen sich leicht trocknen und schmücken Trockenblumen und Buffets. Geschmacklich erinnern sie an andere exotische Früchte, darunter Mango, Kiwi und Ananas, sind aber gleichzeitig auch etwas säuerlicher, mit zartbitterer Note. Die runden Früchte besitzen eine natürliche Schutzschicht, die klebrig ist und bitter schmeckt.
Daher sollten sie vorher mit Wasser abgespült werden. In den südamerikanischen Ländern dienen Physalen teilweise auch zum Einlegen in Konserven oder werden gerne zu Eis, Likör und Smoothies verarbeitet. Gut geeignet sind sie für die Verwendung im Obstsalat, als Kompott und Marmelade, im Rumtopf, im Joghurt oder auf Kuchen und Torten. Im Müsli bilden die Früchte einen hervorragenden Ersatz für Rosinen.
Ein echtes Superfood: Die wertvollen Inhaltsstoffe der Physalis
Bekannt ist die Physalis vor allem für ihren großen Anteil an Vitamin C, der doppelt so hoch wie der einer Zitrone ist. Sie gilt als Superfood und enthält wichtige sekundäre Pflanzenstoffe, darunter Carotinoide, die als Vorstufe von Vitamin A und als Antioxidantien gegen freie Radikale im Körper wirken und das Immunsystem schützen. Auch weist das Obst einen hohen Proteinanteil, viel Phosphor, Eisen und B-Vitamine auf und ist, gegenüber anderen exotischen Früchten, sehr kalorienarm.