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Wasserleitung unter der Bodenplatte: Was muss beachtet werden?

Die Verlegung einer Wasserleitung unter einer Bodenplatte erfordert Fachkenntnisse und sorgfältige Planung. Es empfiehlt sich, einen Fachbetrieb zu beauftragen. Es könnte sich um Zu- und Abwasserleitungen handeln, doch wir fokussieren in diesem Beitrag auf das Abwasser.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Unter der Bodenplatte kommen nur spezielle PVC-Rohre infrage. Sie sind robust und halten daher den Belastungen stand
  • Die Verlegetiefe muss 80 bis 100 cm betragen. Nur so sind die Rohre ausreichend vor Einflüssen von außen geschützt
  • Das Gefälle muss genügen, damit das Wasser stets abfließen kann. Auch deshalb ist eine gewisse Verlegetiefe unabdingbar
  • Für den geräuschlosen Abfluss ist hohe Sorgfalt bei der Verlegung wichtig
  • Eine Flächendränage leitet das Wasser unter der Bodenplatte in der Fläche ab

Wasserleitung unter der Bodenplatte verlegen: Warum ist ein Gefälle so wichtig?

Ohne das richtige Gefälle drohen vom Abwasser unangenehme Folgen. Das sind nicht nur Geräusche und Gerüche: Schlimmstenfalls gelangt das Abwasser sogar wieder zurück ins Badezimmer. Fachbetriebe kennen die einschlägigen Probleme, die besonders beim Verlegen der Abwasserleitung im Erdreich unter einer Bodenplatte entstehen können. Es gehören fundierte Kenntnisse zur Abwassertechnik dazu. Daher empfiehlt fast niemand einem Heimwerker, diese Leitung selbst zu verlegen. Dennoch gehen wir hier auf Grundsätzliches zum Gefälle und den Abzweigungen der Abwasserleitung ein. Die Abwasserleitung benötigt grundsätzlich ein Gefälle, sonst kann das Abwasser nicht fließen. Sie kann mit Abzweigungen versehen sein. Die Vorschriften hierzu lauten:

  • Es gibt beim Gefälle einen gewissen Spielraum, der sich nach den örtlichen Verhältnissen, der Belüftung und der Art der Leitung richtet. Darüber hinaus gibt es fixe Grenzwerte
  • Die belüftete Abwasserleitung muss ein Mindestgefälle von 0,5 cm/m aufweisen
  • Bei der belüfteten Abwasserleitung sind es 1,0 cm/m
  • Das maximale Gefälle darf 5,0 cm/m betragen
  • Abzweigungen dürfen maximal im Winkel von 45° erfolgen

Welche Rolle spielt die Flächendränage?

Eine Flächendränage ist eine horizontale Dränage. Sie leitet das Wasser unter der Bodenplatte flächenmäßig ab und stellt damit deren Feuchteschutz sicher. Sinnvoll ist sie immer, unerlässlich bei einer Fläche ab 200 m². Zum Anlegen muss eine Sickerschicht unter der Bodenplatte eingebaut werden. Ganz unten liegt ein Filtervlies. Darüber kommt als untere Schicht Kies, darüber wiederum eine Trennschicht, damit nicht der Beton in den Kies hineinfließt. Das Filtervlies leitet das Wasser hin zum Dränrohr. Es gibt auch die Möglichkeit, die Flächendränage mit einem durch das Fundament geführten Rohr mit der Ringdränage zu verbinden.

abwasserrohr
anela.k/shutterstock.com

Näheres regelt die DIN 4095, die für Dränungen unter, auf und an erdberührten baulichen Anlagen gilt. In ihrem Sinne ist eine Dränung die Entwässerung von Böden durch eine Dränschicht und eine Dränleitung. Die Dränung verhindert drückendes Wasser und das Ausschlämmen von Bodenteilchen. Dränungen kann es auch an Wänden und Decken geben. Ihr Anlegen unter Bodenplatten regelt der Abschnitt 5.4 der DIN 4095. Demnach ist bei einer Fläche bis 200 m² die Flächendränschicht ohne Dränleitungen erlaubt. Es muss aber die Entwässerung sichergestellt sein, was unter anderem durch Durchbrüche im Streifenfundament möglich ist.

Die Abflussspende bestimmt die Bemessung von flächigen Dränelementen. Sie darf geschätzt werden. Ihr Bereich ist entsprechend der Bodenart, des Bodenwassers und der Überdeckung festzulegen. Die Dränleitungen müssen in einem stabilen Rohrleitungsplanum und mit dem vorgesehenen Gefälle (siehe oben) verlegt werden. Die Sickerschicht muss vollflächig errichtet werden und über einen staufreien Anschluss zur Dränleitung verfügen. Sie darf nicht die Abdichtung beschädigen.

Geeignete Abwasserrohre: Eine kurze Übersicht

Es gibt Abwasserrohre in drei Varianten:

  • grüne Abwasserrohre
  • rote Abwasserrohre
  • graue Abwasserrohre

Roten Abwasserrohre heißen auch KG-Rohre (Kanalgrundrohre) und eignen sich für den Außenbereich sowie für die Verlegung unter der Bodenplatte. Sie bestehen aus verstärktem PVC und halten starken Belastungen stand. Für den Innenbereich sind sie ausdrücklich nicht geeignet. Für die Verlegung werden sie gesteckt und mit Muffen verbunden.

Hierfür kommen gerade und gebogene Formstücke zum Einsatz. Die üblichen Längen der geraden Formstücke sind 25 cm, 50 cm, 100 cm und 200 cm. Die gebogenen Formstücke, sogenannte Knie, gibt es in Winkeln von 15°, 30°, 45°, 67° und 87°, doch nur bis 45° dürfen sie unter der Bodenplatte verwendet werden (siehe oben). Sie führen mehrere Leitungen zusammen. Der Durchmesser der Rohre kann 110 oder 125 mm betragen.

rohr für abwasser
Milje Ivan/shutterstock.com

So erfolgt die Verlegung der Wasserleitung unter der Bodenplatte

  1. Heben Sie einen Graben bis ~110 cm Tiefe und in der benötigten Breite aus
  2. Beachten Sie dabei das Gefälle
  3. Tragen Sie 10 cm Sand für den Schutz der Rohre auf
  4. Verlegen Sie das Rohr ab dem tiefsten Punkt
  5. Verbinden Sie Rohrstücke mit den Muffen entgegen der Fließrichtung
  6. Fügen Sie gegebenenfalls die Flächendrainage hinzu
  7. Schließen Sie die Rohre an das häusliche Abwassersystem und an die öffentliche Kanalisation an
  8. Schütten Sie nach vollständiger Verlegung den Graben zu. Verwenden Sie bis 30 cm Höhe ausschließlich Sand, um das Rohr zu schützen. Klopfen Sie ihn nur per Hand fest. Darauf kommt dann das ausgehobene Erdreich

Fazit

Das Verlegen der Wasserleitung unter einer Bodenplatte ist möglich, aber aufwendig. Wegen der möglichen Fehler ist immer zu einem Fachbetrieb zu raten.