Verholzten Rosmarin schneiden: Tipps und DIY-Anleitung

von HausBlogRedaktion
Rosmarin schneiden

Rosmarin (Rosmarinus officinalis) ist ein beliebtes mediterranes Küchenkraut, das in vielen Gärten und auf Balkonen wächst. Mit seinem intensiven Aroma verfeinert Rosmarin zahlreiche Gerichte und ist zudem pflegeleicht.

Doch viele Hobbygärtner stehen irgendwann vor dem Problem: Der Rosmarin verholzt, wächst unkontrolliert und wirkt im unteren Bereich kahl. Was ist zu tun? In diesem Blogartikel erfährst du, warum Rosmarin verholzt, wie du einen verholzten Rosmarin richtig schneidest und wie du mit der richtigen Pflege lange Freude an deinem Strauch hast.

Warum verholzt Rosmarin?

Rosmarin ist ein Halbstrauch. Das bedeutet, dass die Pflanze im Laufe der Jahre im unteren Bereich verholzt, während sie oben immer wieder neue, grüne Triebe bildet. Diese Verholzung ist ein natürlicher Prozess und kein Grund zur Sorge. Allerdings kann ein zu stark verholzter Rosmarin unschön aussehen, weniger aromatische Blätter bilden und im schlimmsten Fall sogar eingehen.

Die Verholzung tritt besonders dann auf, wenn der Rosmarin über längere Zeit nicht geschnitten wird. Die Pflanze investiert ihre Energie dann in das Wachstum nach oben und außen, während die unteren Triebe verkahlen und verholzen. Wird der Rosmarin regelmäßig geschnitten, bleibt er buschig, kompakt und bildet viele frische, aromatische Triebe.

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Schneiden?

Der ideale Zeitpunkt, um Rosmarin zu schneiden, ist das Frühjahr – am besten zwischen März und April, sobald keine starken Fröste mehr zu erwarten sind. In dieser Zeit beginnt das neue Wachstum, und die Pflanze kann sich gut von dem Schnitt erholen. Ein leichter Formschnitt ist auch im Sommer möglich, zum Beispiel nach der Blüte. Im Herbst oder Winter solltest du Rosmarin möglichst nicht schneiden, da die Pflanze dann empfindlicher ist und Schnittwunden schlechter verheilen.

Rosmarinus officinalis

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Wie schneidet man verholzten Rosmarin richtig?

Beim Schneiden von verholztem Rosmarin ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Hier sind die wichtigsten Schritte:

1. Das richtige Werkzeug

Verwende eine scharfe und saubere Gartenschere. Damit verhinderst du Quetschungen und Infektionen an den Schnittstellen.

2. Keine Angst vor dem Rückschnitt!

Rosmarin verträgt einen kräftigen Rückschnitt. Allerdings solltest du nicht ins alte, völlig kahle Holz schneiden, sondern immer dort, wo noch grüne Triebe oder schlafende Knospen zu sehen sind. Schneidest du in komplett verholztes, kahles Holz, treibt der Rosmarin oft nicht mehr aus.

3. Schrittweise vorgehen

  • Entferne zuerst alle abgestorbenen, kranken oder beschädigten Triebe.
  • Kürze die langen, verholzten Triebe um etwa ein Drittel bis maximal die Hälfte. Achte darauf, dass an jedem Trieb noch mindestens ein paar grüne Blätter oder Knospen verbleiben.
  • Bei sehr stark verholzten Pflanzen empfiehlt es sich, den Rückschnitt auf mehrere Jahre zu verteilen. So kann sich die Pflanze besser erholen und neue Triebe bilden.

4. Formschnitt für einen buschigen Wuchs

Um den Rosmarin schön buschig zu halten, kannst du ihn nach dem Hauptschnitt leicht in Form bringen. Schneide dazu die jungen, grünen Triebe leicht zurück. Das regt die Verzweigung an und sorgt für einen dichten Wuchs.

Nach dem Schnitt: Pflege und Standort

Nach einem kräftigen Rückschnitt braucht der Rosmarin etwas Zeit, um sich zu erholen. Hilf ihm dabei mit diesen Tipps:

  • Standort: Rosmarin liebt einen sonnigen, warmen Platz. Je mehr Sonne, desto aromatischer werden die Blätter.
  • Boden: Der Boden sollte durchlässig und eher mager sein. Staunässe verträgt Rosmarin überhaupt nicht.
  • Gießen: Nach dem Schnitt regelmäßig, aber nicht zu viel gießen. Die Erde sollte zwischen den Wassergaben leicht antrocknen.
  • Düngen: Im Frühjahr kannst du den Rosmarin mit etwas Kräuterdünger oder Kompost unterstützen.

Was tun, wenn der Rosmarin schon sehr stark verholzt ist?

Ist dein Rosmarin bereits stark verholzt und zeigt kaum noch grüne Triebe, hilft meistens nur noch ein radikaler Verjüngungsschnitt. Dabei schneidest du die Pflanze bis auf etwa 10–15 cm über dem Boden zurück – allerdings nur, wenn noch irgendwo grüne Triebe oder schlafende Knospen zu erkennen sind. Die Erfolgschancen sind bei jüngeren Pflanzen größer als bei sehr alten Exemplaren. Falls der Strauch nach einigen Wochen nicht wieder austreibt, hilft oft nur eine Neupflanzung.

Rosmarin vermehren: Neue Pflanzen aus alten Trieben

Falls du beim Schneiden größere, noch grüne Triebe entfernst, kannst du diese gleich zur Vermehrung nutzen. Schneide etwa 10 cm lange, nicht verholzte Stecklinge ab, entferne die unteren Blätter und stecke sie in Anzuchterde. Mit etwas Glück und Geduld entwickeln sich daraus neue, kräftige Rosmarinpflanzen.

Fazit

Verholzter Rosmarin ist kein Grund zur Sorge – mit dem richtigen Schnitt kannst du deinen Strauch viele Jahre gesund und aromatisch halten. Wichtig ist, regelmäßig zu schneiden, nicht zu tief ins alte Holz zu gehen und nach dem Schnitt für optimale Bedingungen zu sorgen. So bleibt dein Rosmarin ein echter Hingucker und liefert dir das ganze Jahr über frische Kräuter für die Küche.

Extra-Tipp: Wer regelmäßig Rosmarin erntet, sorgt ganz nebenbei für einen natürlichen Formschnitt und beugt der Verholzung vor!

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