Ein Umzug im Alter ist nicht selten viel mehr als „nur“ ein Wohnungswechsel. Oft geht es um alltägliche neue Anforderungen und mehr Sicherheit, um kürzere Wege, weniger Stufen, bessere ärztliche Betreuung oder mehr Kontakt zur Familie. An der bisherigen Wohnung oder am Haus hängen allerdings auch viele schöne Erinnerungen, lieb gewonnene Rituale und gewohnte Abläufe.
Umso mehr lohnt eine Planung, die nicht nur Kartons und Möbel im Blick hat, sondern auch dran denkt an Tempo und Belastbarkeit und an die neue Wohnsituation. Gute Vorbereitung reduziert den Stress und schafft Klarheit darüber, was wirklich mit soll, welche Anpassungen in der neuen Wohnung sinnvoll sind und welche Unterstützung gebraucht wird.
In Etappen denken statt in einem Kraftakt
Der häufigste Fehler ist, zu spät anzufangen. Sinnvoll ist ein Zeitplan mit klar gegliederten Phasen. Zuerst sind die Rahmenbedingungen dran: wann wird die neue Wohnung beziehbar, welche Kündigungsfristen müssen eingehalten werden, welche Übergabetermine sind realistisch? Dann folgt das Sortieren. Erst im dritten Schritt sollte man mit konkreten Pack- und Transportplanungen beginnen.
In der Sortierphase ist eine ganz einfache Einteilung hilfreich: behalten, weitergeben, wegwerfen. Wer sich beim Trennen schwer tut, kann mit einer „vielleicht Kiste“ arbeiten, aber eine solche sollte wieder begrenzt werden, sonst wird sie zur Ausrede, nichts entscheiden zu müssen. Praktisch ist auch ein Raum-für-Raum-Vorgehen, weil es nicht so überfordert wie der große Gesamtblick.
Für Angehörige ist es hilfreich, die Rollen zu klären. Wer macht in welchen Bereichen Telefonate, wer organisiert Termine, wer packt, wer ist am Umzugstag vor Ort? Je klarer hier die Zuständigkeiten sind, desto weniger Konflikte entstehen aus gut gemeinter, aber unkoordiniert erscheinender Hilfeleistung.
Organisation und Unterstützung: Hilfen sinnvoll einsetzen
Der Umzug selbst wird vielfach unterschätzt, weil viele nur ans Tragen denken. Es sind aber die vielen kleinen Schritte, die gemacht werden müssen: Material beschaffen, Kartons beschriften, Möbel abbauen, Übergaben protokollieren, Schlüssel koordinieren, Entsorgung organisieren. Gerade wenn die eigene Kraft nicht mehr ausreicht, ist es besser, rechtzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen, statt im Notfall improvisieren zu müssen.
Wenn ein Umzug ansteht, kann man sich an einen Anbieter für einen Seniorenumzug in Hannover oder anderen Städten wenden und Leistungen wie Tragen, Verpacken, Möbelmontage werden planbar gemacht. Unabhängig von Dienstleistern ist es sinnvoll, einen Hilfsmittelplan zu machen. Rollwagen, stabile Kästen für schwere Dinge, rutschfeste Handschuhe und genügend Klebeband hören sich banal an, verhindern aber viele Probleme. Medikamente, wichtige Dokumente und Technik für den Alltag sollten in einer besonderen Tasche immer griffbereit sein.
Entrümpeln ohne Druck
Entrümpeln ist der emotionalste Teil. Vieles hat keinen großen materiellen Wert, aber viel Geschichte. Entscheidungen sind schwer. Es hilft, Wert und Erinnerung getrennt zu sehen. Ein Erinnerungsstück muss nicht ein ganz großer Brocken sein. Oft reicht ein Foto, ein einziges Stück oder eine kleine Auswahl statt der ganzen Kisten. Praktisch auch die Frage: Passt es wirklich in den neuen Alltag? Große Schränke, zusätzliche Sitzgruppen, schwere Teppiche sind in den kleinen Wohnungen oft hinderlich. Wer sich davon trennt, schafft Bewegungsfreiheit und reduziert die Stolperstellen.
Für die Dinge, die weitergegeben werden, muss ein Zeitrahmen gegeben sein. Wenn in vier Wochen kein Interesse besteht, wird eine alternative Lösung gefunden, beispielsweise Spenden oder Entsorgung. Diese Regel stellt sicher, dass der Umzug nicht durch offene Baustellen behindert wird.
Sicherheit und Komfort ohne umfassende Umbauten
Die neue Wohnung sollte so gestaltet sein, dass Wege kurz und Handgriffe sicher sind. Barrierefreiheit erfordert nicht zwangsläufig umfangreiche Renovierungen; oft sind gezielte Anpassungen ausreichend.
Im Eingangsbereich tragen eine gute Beleuchtung, eine Ablage in erreichbarer Höhe und ausreichend Platz zum Sitzen beim Schuheanziehen zur Sicherheit bei. In Bad und Küche ist es sinnvoll, häufig verwendete Utensilien auf Hüfthöhe zu lagern, um auf Hocker verzichten zu können. Rutschfeste Matten in der Dusche sowie ein stabiler Haltegriff erhöhen die Sicherheit im Alltag erheblich. Türschwellen, lose Teppiche und Kabel sind meist Stolperfallen; deren Beseitigung kann das Sturzrisiko deutlich verringern.
Auch die Möblierung sollte ausreichend Bewegungsfreiheit bieten. Enge Passagen zwischen Tisch und Sofa sind nicht nur unangenehm, sie können mit einem Rollator oder bei unsicherem Gang schnell problematisch werden. Ein nützlicher Anhaltspunkt ist, einen Meter freie Breite für Laufwege einzuplanen, besonders in Fluren und Schlafzimmern.
Technik kann unterstützend wirken, sollte jedoch einfach zu bedienen bleiben. Nachtlichter mit Bewegungsmeldern, eine gut erreichbare Klingel oder ein Telefonplatz mit Ladestation sind oft nützlicher als komplizierte Smart-Home-Lösungen, die schwer zu handhaben sind.