Hohlkehlleisten sind ein beliebtes Gestaltungselement im Innenausbau. Sie sorgen für einen eleganten Übergang zwischen Wand und Decke, kaschieren unschöne Fugen und verleihen Räumen eine stilvolle Optik. Damit Hohlkehlleisten jedoch ihre volle Wirkung entfalten, ist ein präziser Zuschnitt essenziell.
In diesem Blogartikel erfährst du alles Wissenswerte rund um das Schneiden von Hohlkehlleisten – von den verschiedenen Werkzeugen über die richtige Technik bis hin zu Tipps für perfekte Gehrungsschnitte.
Was sind Hohlkehlleisten?
Hohlkehlleisten – auch als Stuckleisten oder Zierleisten bekannt – sind Leisten mit einem konkaven (nach innen gewölbten) Querschnitt. Sie werden meist im oberen Wandbereich angebracht, um den Übergang zur Decke optisch aufzuwerten. Hohlkehlleisten bestehen aus unterschiedlichen Materialien wie Holz, Kunststoff, Styropor oder Gips und sind in vielen Profilen und Größen erhältlich.
Warum ist das Schneiden von Hohlkehlleisten eine Herausforderung?
Der Zuschnitt von Hohlkehlleisten ist anspruchsvoller als bei gewöhnlichen Fuß- oder Zierleisten. Das liegt vor allem an den Gehrungsschnitten, die notwendig sind, um Ecken und Kanten sauber zu verbinden. Da die Leisten schräg zwischen Wand und Decke verlaufen, entstehen komplexe Schnittwinkel, die exakt ausgeführt werden müssen. Schon kleine Ungenauigkeiten können zu sichtbaren Fugen oder unschönen Übergängen führen.
Die richtige Vorbereitung

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1. Vermessung und Planung
Miss die zu verkleidenden Wandabschnitte genau aus. Notiere dir die Längen und mache dir einen Plan, an welchen Stellen Innen- und Außenecken entstehen. Zeichne die Schnittlinien auf den Leisten an – am besten mit einem weichen Bleistift.
2. Auswahl des Materials
Je nach Raum und gewünschtem Stil bieten sich unterschiedliche Materialien an:
- Holzleisten: Natürlich, robust, gut zu bearbeiten, aber empfindlich gegenüber Feuchtigkeit.
- Kunststoffleisten: Leicht, günstig, unempfindlich gegen Feuchtigkeit, einfach zu schneiden.
- Styropor/PU-Leisten: Besonders leicht, ideal für DIY-Projekte, benötigen aber spezielle Kleber.
3. Werkzeugauswahl
Für das Schneiden von Hohlkehlleisten stehen verschiedene Werkzeuge zur Verfügung:
- Gehrungslade und Handsäge: Für präzise Gehrungsschnitte bei Holz- und Kunststoffleisten.
- Kapp- und Gehrungssäge: Für größere Mengen oder dickere Leisten, elektrisch betrieben.
- Feinsäge: Für feine, saubere Schnitte, besonders bei filigranen Leisten.
- Cuttermesser: Für sehr leichte Styroporleisten ausreichend.
Gehrungsschnitte – das A und O bei Hohlkehlleisten

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Was ist ein Gehrungsschnitt?
Ein Gehrungsschnitt ist ein schräger Schnitt an den Enden der Leisten, meist im 45°-Winkel. Zwei auf Gehrung geschnittene Leistenstücke ergeben zusammen einen rechten Winkel (90°), wie er an Innen- und Außenecken von Räumen vorkommt.
So funktioniert der Gehrungsschnitt:
- Leiste einlegen: Lege die Hohlkehlleiste in die Gehrungslade, so wie sie später an Wand und Decke anliegen wird. Das ist wichtig, da das Profil der Leiste die Schnittführung beeinflusst.
- Schnittwinkel wählen: Für normale Raumecken ist ein 45°-Winkel Standard. Bei anderen Winkeln (z. B. bei nicht rechtwinkligen Ecken) muss der Schnittwinkel entsprechend angepasst werden.
- Sägen: Führe die Säge langsam und gleichmäßig entlang der Führungsschlitze der Gehrungslade. Vermeide zu viel Druck, damit das Material nicht ausreißt.
- Kanten glätten: Nach dem Sägen können kleine Unebenheiten mit Schleifpapier oder einer Feile entfernt werden.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Hohlkehlleisten schneiden und montieren
- Leisten ausmessen und anzeichnen: Miss die benötigte Länge und markiere die Schnittkante auf der Leiste.
- Leiste in Gehrungslade legen: Positioniere die Leiste korrekt – die Seite, die später an der Decke anliegt, zeigt nach oben.
- Gehrungsschnitt setzen: Schneide die Leiste im gewünschten Winkel.
- Probesitzen: Halte die zugeschnittene Leiste an die Wand, um zu prüfen, ob die Schnittkante passt.
- Kanten nachbearbeiten: Glätte die Schnittflächen bei Bedarf mit Schleifpapier.
- Montage: Bringe die Leiste mit geeignetem Kleber oder Nägeln an. Drücke sie fest an Wand und Decke.
- Fugen verschließen: Kleine Spalten können mit Acryl oder Spachtelmasse geschlossen werden.
- Oberfläche gestalten: Nach dem Trocknen können die Leisten gestrichen oder lackiert werden.
Tipps für perfekte Ergebnisse
- Immer im richtigen Winkel sägen: Kontrolliere vor jedem Schnitt, ob die Gehrungslade korrekt eingestellt ist.
- Leisten korrekt positionieren: Achte darauf, dass die Leiste beim Sägen genauso liegt, wie sie später montiert wird.
- Mit Probestücken üben: Schneide zunächst kleine Stücke, um den Umgang mit Werkzeug und Winkel zu üben.
- Scharfes Werkzeug verwenden: Stumpfe Sägen führen zu unsauberen Schnitten und Ausrissen.
- Schnittreste aufbewahren: Sie können später als Muster oder zum Ausbessern dienen.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
- Falsche Ausrichtung beim Sägen: Liegt die Leiste falsch in der Gehrungslade, stimmen die Winkel später nicht.
- Unsaubere Schnitte: Ein stumpfes Sägeblatt oder zu viel Druck führen zu ausgefransten Kanten.
- Nicht angepasste Winkel: Räume sind selten exakt rechtwinklig. Miss die Ecken nach und passe den Schnittwinkel ggf. an.
- Zu wenig Kleber: Verwende ausreichend Kleber, um ein Ablösen der Leisten zu vermeiden.
Fazit
Das Schneiden von Hohlkehlleisten erfordert etwas Übung, ist mit der richtigen Vorbereitung und passendem Werkzeug jedoch gut zu meistern. Präzise Gehrungsschnitte sind der Schlüssel zu perfekten Übergängen und einem professionellen Erscheinungsbild. Nimm dir Zeit für das Ausmessen, arbeite sorgfältig und kontrolliere jede Leiste vor der Montage. So verleihst du deinem Zuhause im Handumdrehen einen eleganten, individuellen Look!
Tipp: Für größere Projekte oder bei Unsicherheiten lohnt sich die Unterstützung durch einen Fachmann. Profis verfügen über spezielle Werkzeuge und Erfahrung, um auch schwierige Ecken sauber zu meistern.