Infrastruktur beim Hausbau: Internet, Strom & Co. mit Weitblick planen

von HausBlogRedaktion

Damit aus einer Bauskizze ein Traumhaus wird, muss nicht nur das Design stimmen, sondern auch die nötige Infrastruktur für das neue Zuhause detailliert geplant werden. Strom, Wasser, Gas und Internet – Bauherren müssen in der Planungsphase so einiges beachten, um das spätere Wohnen komfortabel und effizient zu gestalten.

Wir zeigen, wie man die Infrastruktur beim Hausbau mit Weitblick planen kann und warum es sich lohnt, schon in der Bauphase an die Zukunft zu denken.

Warum die technische Infrastruktur beim Hausbau so wichtig ist

Neben dem Grundriss ist die technische Infrastruktur das Rückgrat eines jeden Bauvorhabens, denn ohne eine durchdachte Planung für Strom, Wasser, Internet und Co. gibt es am Ende kein funktionierendes Zuhause. Wird die Planung der Infrastruktur vernachlässigt, kann sich dies später nachhaltig auf die Lebensqualität im neuen Zuhause auswirken. Zu wenige Steckdosen, eine mangelnde Verkabelung für das Internet oder zu wenige Wasseranschlüsse schränken die Nutzungsmöglichkeiten für das Gebäude ein.

Umso wichtiger ist eine frühzeitige und gut durchdachte Planungsphase – diese wirkt sich nicht nur positiv auf den Bauprozess und die Projektabwicklung aus, sondern spart langfristig auch Kosten für teure Nachrüstungen. Während Wasser, Strom und Gas zur Grundversorgung zählen und meist direkt mitgedacht werden, wird die digitale Infrastruktur hingegen oft immer noch stiefmütterlich behandelt.

Doch mit der zunehmenden Digitalisierung des Alltags (z. B. Smart Home) und der steigenden Internetnutzung wird auch der Bedarf nach einer funktionierenden und zukunftssicheren Internet-Infrastruktur immer größer. Nur wer alle Komponenten der technischen Infrastruktur schon während der Planungs- und Bauphase im Blick hat, schafft eine solide Grundlage für ein komfortables, (energie-)effizientes und sicheres Zuhause.

Die wichtigsten Versorgungsanschlüsse im Überblick

Nun werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Versorgungsanschlüsse und klären, welche Komponenten es bei der Planung zu berücksichtigen gilt.

Strom

Die Verkabelung für Strom und Elektrizität sollte gut durchdacht werden, um nicht nur den momentanen, sondern auch den zukünftigen Anforderungen der Bewohner gerecht zu werden. Neben der zentralen Platzierung des Verteilerkastens spielt hier vor allem die intelligente Positionierung von Steckdosen und Lichtschaltern eine wichtige Rolle.

Neben einer ausreichenden Anzahl sollten diese Komponenten vor allem so platziert werden, dass sie verschiedene Nutzungsmöglichkeiten und Raumaufteilungen mitdenken. So kann es z. B. sinnvoll sein, die Stromkomponenten in einem großen Raum so zu planen, dass dieser später bei Bedarf in zwei kleinere Räume geteilt werden kann, ohne dass Anschlüsse fehlen. So schafft man bereits zu Beginn zukunftsfähige Lösungen für verschiedene Bedarfe.

Wasser und Abwasser

Bei der Wasserversorgung geht es vor allem um die Planung der Anschlussstellen für Küche, Bad und Haushaltsräume (etwa für Waschmaschine und Trockner). Ausreichende Wasser- und Abwasserleitungen sollten frühzeitig geplant und entsprechend im Haus platziert werden.

Hier spielen vor allem der Grundriss des Gebäudes sowie auch die Zugangspunkte zum zentralen Wasseranschluss oder zum Abwasserkanal eine wichtige Rolle. Vor allem bei mehrstöckigen Gebäuden lassen sich die Anschlüsse hier mit einer ähnlichen Platzierung auf den Etagen clever planen und unnötige Leitungswege durchs Haus vermeiden.

Internet & Netzwerkkabel

Gerade Neubauten eignen sich für die Umsetzung einer flächendeckenden Internet-Infrastruktur mit stabiler und zukunftssicherer Glasfaser-Lösung. Mithilfe von Erdraketen und anderen modernen Techniken ist der Internetanschluss schnell bis zum Haus verlegt – Bauherren müssen sich während des Bauprozesses dann nur noch um eine effiziente Verkabelung im Hausinneren kümmern.

Dazu zählt die clevere Planung der zentralen Netzwerktechnik, inklusive Positionierung des Glasfaser-Routers und gegebenenfalls der Repeater. Für eine effektive LAN-Nutzung sollten alle relevanten Räume eine eigene Netzwerkdose erhalten. Zudem ist es wichtig, ausreichend Leerrohre im Haus einzuplanen, um in späteren Jahren und bei Bedarf gegebenenfalls zusätzliche Netzwerkkabel verlegen zu können.

Nur mithilfe einer stabilen und flächendeckenden digitalen Infrastruktur im Haus lassen sich zukunftsweisende Technologien wie Smart Home und Hausautomation auch effektiv nutzen. Abgesehen davon wird durch schnelles Internet auch die alltägliche Internetnutzung für die Bewohner angenehmer.

Hinweis: Soll das neue Zuhause ein Smart Home werden, zählen auch smarte Komponenten wie Aktoren, Sensoren und Steuerungseinheiten zu den Teilen der Infrastruktur, die bereits bei der Planung mitgedacht werden müssen.

Gas (wenn vorhanden)

Bei der Planung der Gasleitungen müssen Bauten vor allem den geltenden Sicherheitsvorschriften gerecht werden. Leitungswege für Rohre sowie Standorte für Heizung, Therme oder Heizkessel sollten akribisch geplant werden, um eventuelle Sicherheitsrisiken auszuschließen. Spezialisierte Unternehmen und Gewerke helfen hier bei der Umsetzung und betreuen sowohl Planung als auch Bau.

Frühzeitige Planung – worauf Bauherren achten sollten

Eine detaillierte Planung hilft beim Realisieren einer intelligenten Trassenführung im Haus. Bei Bauprojekten gilt es, auf Folgendes zu achten, wenn es um die Verlegung von Leitungen und Rohren in Gebäuden geht:

  • Die Trassen, also die Hauptleitungswege, sollten bereits in der Entwurfsphase festgelegt werden.
  • Leitungen und Rohre sollten möglichst zentral vom Verteilerkasten oder dem Technikraum ausgeführt werden.
  • Nach Möglichkeit sollten die kürzesten Verbindungswege gewählt werden, um Energieverlust zu minimieren und Materialkosten zu sparen.
  • Die Hauptleitungswege sollten gut zugänglich sein, um Wartungen oder Reparaturen zu vereinfachen (z. B. Verlegung von Kabeln in Leerrohren statt festem Einbetonieren).
  • Spezielle Leitungstypen müssen getrennt verlegt werden, um Sicherheit und Funktionalität zu gewährleisten:
    • Stromkabel und Netzwerkkabel für Internet sollten getrennt verlegt werden, um elektromagnetische Störungen zu minimieren.
    • Wasser-, Strom- und gegebenenfalls Gasleitungen sollten getrennt und unter geeigneten Schutzmaßnahmen verlegt werden.
  • Es sollten ausreichend Leerrohre im Trassenverlauf eingeplant werden, um spätere Nachrüstungen zu vereinfachen.

Um die Zugänglichkeit zu den verschiedenen Komponenten der Infrastruktur zu erleichtern, kann es sich lohnen, separate Technik- beziehungsweise Versorgungsräume im Haus einzuplanen. Dort finden Technik, Stromkasten, Heizung und Co. einen zentralen Platz.

Häufige Fehler bei der Infrastrukturplanung vermeiden

Bei der Planung der Haus-Infrastruktur kommt es bei vielen Bauprojekten immer wieder zu ähnlichen Fehlern. Um diese zu vermeiden, haben wir hier noch einige Tipps:

  1. Direkt und klar mit allen beteiligten Gewerken kommunizieren: Egal ob Architekt, Bauunternehmer oder Handwerker – nur wenn alle beteiligten Parteien genau wissen, wie die Infrastruktur auszusehen hat, kann diese erfolgreich umgesetzt werden.
  2. Schon bei der Planung sicherstellen, dass wirklich alle notwendigen Komponenten bedacht wurden: Last-Minute-Änderungen während der Bauphase können kostspielig und schwierig umzusetzen sein.
  3. Nicht an falscher Stelle sparen: Wer bei Leerrohren, Steckdosen oder Netzwerkkabeln spart, riskiert später teure und unnötige Nachrüstungen.
  4. Die technische Infrastruktur des Hauses detailliert dokumentieren: Werden Leitungswege und Leerrohre nicht ausreichend dokumentiert, führt das nicht nur zu Problemen bei der Wartung der bestehenden Infrastruktur, sondern auch bei zukünftigen Baumaßnahmen. Eine Gebäudedokumentation inklusive Installationsplan ist hier sinnvoll.

Fazit: mit vorausschauender Planung zum Traumhaus

Bauherren, die die technische Infrastruktur für ihr Bauprojekt sorgfältig planen, sparen Zeit, Geld und auch Nerven. Eine detaillierte Trassenführung sowie ausreichende Netzwerkkomponenten wie Steckdosen, Netzwerkkabel und Wasseranschlüsse gehören von Anfang an zu einer guten Bauplanung dazu. Erfahrene Bauunternehmen und Gewerke helfen Ihnen dabei, die für Ihr Haus passende Infrastruktur zu planen und umzusetzen.

Und wer bereits bei der Planung auf Flexibilität, Zugänglichkeit und Erweiterbarkeit aller Komponenten achtet, schafft eine solide Grundlage für ein zukunftsfähiges Zuhause mit zahlreichen Nutzungsmöglichkeiten.

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